Wieder hoff­nungs­voll. Hoch dosiertes Johannis­kraut kann helfen, eine depressive Phase zu über­winden.

Etwa jede vierte Frau und jeder achte Mann sind im Laufe ihres Lebens von einer Depression betroffen. Pflanzliche Arznei­mittel mit Johannis­kraut verheißen Hilfe auf natürliche Art. Die Stiftung Warentest hat für 18 Präparate – darunter Tabletten, Kapseln, Tee und Saft – die Studien­lage gesichtet und sie im Labor auf Pflanzengifte untersucht. 10 der 18 Stimmungs­aufheller mit Johannis­kraut im Test sind einen Versuch wert, darunter auch rezept­freie Mittel.

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TestJohannis­krauttest 11/2020
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Johannis­kraut gilt seit langem als natürliches Antide­pressivum

Wenn Müdig­keit, Erschöpfung, Grübeln nicht vorbeigehen und nichts mehr Freude macht, ist das oft mehr als nur ein Durch­hänger. Ärzte verordnen zunehmend Antide­pressiva, mehr Menschen greifen zu rezept­freien stimmungs­aufhellenden Mitteln. Besonders beliebt: pflanzliche Arzneien mit Johannis­kraut. Schon der Arzt Paracelsus empfahl Johannis­kraut im 16. Jahr­hundert bei psychischen Erkrankungen.

Das bietet der Johannis­kraut­mittel-Test der Stiftung Warentest

Test­ergeb­nisse. Die Tabellen zeigen Bewertungen der Arznei­mittel­experten der Stiftung Warentest für 18 Mittel mit Johannis­kraut im Test, darunter verschreibungs­pflichtige und rezept­freie aus der Apotheke sowie frei verkäufliche Mittel etwa von Tetesept oder Kneipp. Unsere Experten prüften, ob güns­tige Effekte der Mittel belegt und ob Nutzen und Risiken ausreichend geklärt sind. Außerdem ist aus den Tabellen ersicht­lich, ob und wie stark die 18 Johannis­krautpräparate mit Pflanzengiften aus der Gruppe der Pyrrolizidinalkaloide belastet sind.

Tipps und Hintergrund. Die Arznei­mittel­tester der Stiftung Warentest geben Empfehlungen zur Einnahme und Dosierung. Sie sagen, welche Neben­wirkungen möglich sind, wer Johannis­kraut nicht nehmen sollte und was zu beachten ist, wenn Betroffene andere Medikamente einnehmen. Ein Arzt erklärt im Interview unter anderem, wo die Grenzen von Johannis­kraut liegen.

Daten­bank Medikamente im Test. Details zu einzelnen Präparaten oder Hintergründe zum Thema Depression finden Sie zu 13 der 18 Präparate auch in unserer Daten­bank Medikamente im Test.

Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Testbe­richt aus test 11/2020.

18 Mittel mit Johannis­kraut im Test

Die Stiftung Warentest hat untersucht, ob die Johannis­kraut­mittel im Test wirk­lich den Leidens­druck lindern können. Neben verschreibungs­pflichtigen und rezept­freien Medikamenten aus der Apotheke bewerteten wir auch frei verkäufliche Mittel wie Tees, Säfte und Dragees mit Johannis­krautpulver, die zum Beispiel Drogerien oder Reformhäuser anbieten. Unsere Gutachter sichteten dafür Studien zu Wirk­samkeit und Risiken. Ihr Fazit: Nicht jede der Arzneien hilft nach­weislich. 10 der Präparate können unsere Gutachter aber empfehlen, sie bewerten sie mit „geeignet“: Studien belegen, dass sie alle bei leichten, einige von ihnen auch bei mittel­schweren depressiven Phasen wirken.

Bildergalerie: Alle Johannis­kraut-Mittel im Test

Neben zehn apotheken­pflichtigen Arznei­mitteln waren auch acht frei verkäufliche Mittel mit Johannis­kraut im Test – Arznei­tees und traditionelle Arznei­mittel.

Jarsin Rx 300 mg. Rezept­pflichtiges Arznei­mittel bei mittel­schweren depressiven Episoden.

Neuroplant. Rezept­pflichtiges Arznei­mittel bei leichten bis mittel­schweren depressiven Episoden.

Laif 900. Rezept­pflichtiges Arznei­mittel zur Behand­lung von leichten bis mittel­schweren depressiven Episoden.

Felis 425 mg. Rezept­freies Arznei­mittel bei Verstimmungen.

Hyper­forat 250 mg. Rezept­freies Arznei­mittel bei depressiven Verstimmungen.

Jarsin 300 mg. Rezept­freies Arznei­mittel bei leichten depressiven Episoden.

Jarsin 450 mg. Rezept­freies Arznei­mittel zur Behand­lung leichter depressiver Episoden.

Neuroplant Aktiv. Rezept­freies Arznei­mittel bei depressiven Verstimmungen.

Laif 900 Balance. Rezept­freies Arznei­mittel bei leichten depressiven Störungen.

Neuroplant 300 mg Novo. Rezept­freies Arznei­mittel bei depressiven Verstimmungen.

H&S Johannis­kraut Filterbeutel. Arzneitee, unterstützend bei nervöser Unruhe und Schlafstörungen.

Sidroga Johannis­kraut Tee. Arzneitee zur unterstützenden Behand­lung von nervöser Unruhe und Schlafstörungen.

Bombastus Johannis­kraut Tee. Arzneitee zur unterstützenden Behand­lung von nervöser Unruhe und Schlafstörungen.

Schoenen­berger Naturreiner Heil­pflanzensaft Johannis­kraut. Traditionelles Arznei­mittel bei vorüber­gehender geistiger Erschöpfung.

dm Mivolis Johannis­kraut Dragees SN. Traditionelles Arznei­mittel zur Besserung des Befindens bei nerv­licher Belastung.

Tetesept Johannis­kraut Kapseln. Traditionelles Arznei­mittel zur Besserung des Befindens vorüber­gehender geistiger Erschöpfung.

Kneipp Johannis­kraut Dragees H. Traditionelles Arznei­mittel zur Linderung bei vorüber­gehender geistiger Erschöpfung.

Zirkulin Johannis­kraut Dragees. Traditionelles Arznei­mittel zur Linderung von vorüber­gehender geistiger Erschöpfung.

Starke Wechsel­wirkungen sind möglich

Ein Vorteil der Johannis­kraut­mittel: Neben­wirkungen treten seltener auf als bei synthetischen Antide­pressiva. Übel­keit, Kopf­schmerzen, Ausschlag und eine erhöhte Empfindlich­keit der Haut auf Sonnenlicht sind aber möglich. Zudem kann Johannis­kraut – abhängig von Dosis und Behand­lungs­dauer – die Wirkung anderer Medikamente teils verstärken oder schwächen. Wer Mittel mit Johannis­kraut einnehmen möchte, sollte sich unbe­dingt über mögliche Wechsel­wirkungen informieren und am besten vorher mit dem Arzt sprechen.

Im Labor auf Pflanzengifte untersucht

Wir haben alle Mittel im Labor auch auf bestimmte Pflanzengifte untersucht. Durch mitgeerntete Beikräuter, die Johannis­kraut im Aussehen ähneln, können giftige Pyrrolizidinalkaloide (PA) hinein­gelangen. Gute Nach­richt: Die Produkte im Test sind höchs­tens gering belastet.

Bei Depressionen Hilfe suchen

Wichtig: Bei einer schweren Depression sind Johannis­krautpräparate nicht das Mittel der Wahl. Aber auch wer mit einer leichten depressiven Verstimmung rezept­freie Mittel mit Johannis­kraut probiert und nach etwa einem Monat weiter im Tief steckt, sollte unbe­dingt mit seinem Arzt sprechen. Spätestens wenn Betroffene den Alltag nur mit großer Anstrengung meistern, sollten sie Hilfe suchen – beim Haus­arzt, Psycho­therapeuten, Psychiater oder bei Beratungs­stellen.

Weiterführende Infos der Stiftung Warentest

Auch die Stiftung Warentest bietet aktuelle Informationen zum Thema:

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