Finanz­amt und Familien­kasse: Viele Jobs steuerfrei – Grenze für Kinder­geld beachten

Was vom Gehalt übrig bleibt, hängt neben den Sozial­abgaben auch von den Steuern ab. Häufig muss der Jobber aber selbst nichts bezahlen. Verdient er zum Beispiel in einem pauschal versteuerten Minijob höchs­tens 400 Euro im Monat, über­nimmt der Arbeit­geber die fälligen 2 Prozent Lohn­steuer.

Auch wenn jemand regel­mäßig über 400 Euro verdient, muss er häufig keine Steuern fürchten. Dafür sorgt der Grund­frei­betrag: Jeder Steuer­pflichtige erhält jedes Jahr bis zu 8 004 Euro steuerfrei. Wer zum Beispiel in einem Jahr jeden Monat 600 Euro verdient, bleibt deutlich unter dem Wert.

Bei lukrativen Ferien­jobs kann es aber sein, dass der Arbeit­geber zunächst Lohn­steuer abführt. Wenn ein Abiturient im Juli und August jeweils 1 200 Euro in einer Fabrik verdient, zahlt er insgesamt 86 Euro Lohn­steuer. Dieses Geld kann er sich im nächsten Jahr über die Steuererklärung zurück­holen. Denn bei der Abrechnung stellt das Finanz­amt fest, dass das Jahres­einkommen unter dem Grund­frei­betrag bleibt.

Selbst wenn das Brutto­gehalt über 8 004 Euro liegt, heißt das nicht auto­matisch, dass Steuern fällig werden. In der Steuer­abrechnung muss das Finanz­amt vom Brutto­gehalt mehrere Posten wie Ausgaben für den Arbeitsweg oder Versicherungs­beiträge abziehen. Erst am Ende steht das „zu versteuernde Einkommen“, das deutlich nied­riger ist als das Brutto­gehalt. Damit müssen viele Jobber gar keine Steuern zahlen.

Familien­kasse rechnet anders

Jobber sollten auch das Kinder­geld im Auge behalten. Das können ihre Eltern für sie bis zum Ende der Ausbildung beziehen. Die Einkünfte und Bezüge der Voll­jährigen dürfen in diesem Jahr aber nicht höher als 8 004 Euro sein.

Die Grenze für das Kinder­geld ist genauso hoch wie der Grund­frei­betrag beim Finanz­amt, doch die Familien­kasse rechnet anders. Zu den Einkünften zählt zum Beispiel das Gehalt aus einem Ferien­job oder einem Neben­job zum Studium, zu den Bezügen der Zuschuss zum Bafög. Von all diesen Posten wird einiges abge­zogen, etwa die Pflicht­beiträge für die Sozial­versicherung.

Achtung: Wenn zwischen Schule und dem nächsten Ausbildungs­abschnitt mehr als vier Monate liegen, verlangt die Familien­kasse Belege, dass sich das Kind um eine Ausbildung bemüht – etwa Bewerbungen und Absagen.

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