Jeans CSR Viele Anbieter mauern

22.09.2011
Jeans CSR - Viele Anbieter mauern

Jeans müssen cool sein: Schon beim Kauf sollen sie abge­tragen wirken. Arbeiter in Asien, Italien oder der Türkei bearbeiten den Denim dafür. Arbeits­schutz wird dabei oft vernach­lässigt. Das zeigt der CSR-Test: test hat unter­sucht, wie ernst Jeans­hersteller ihre soziale und ökolo­gische Verant­wortung (Corpo­rate Social Responsibility: CSR) nehmen. Fazit: Die Branche hält vieles unter Verschluss.

Jeans CSR Testergebnisse für 15 CSR Jeans für Männer 10/2011

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Inhalt
Liste der 15 getesteten Produkte
CSR Jeans für Männer 10/2011
  • 7 for all mankind Standard Classic straight leg Art.-Nr. SMND 00QRI. Hauptbild
    7 for all mankind Standard Classic straight leg Art.-Nr. SMND 00QRI.
  • Diesel Safado regular slim-straight Hauptbild
    Diesel Safado regular slim-straight
  • G-Star Raw 3301 Victor straight Art.-Nr. 50481.2793.1523 Hauptbild
    G-Star Raw 3301 Victor straight Art.-Nr. 50481.2793.1523
  • H&M Original regular waist straight leg Art.-Nr. 5672/1 Hauptbild
    H&M Original regular waist straight leg Art.-Nr. 5672/1
  • Hugo Boss Boss Orange 31 everyday regular fit Art.-Nr. 50186402 Hauptbild
    Hugo Boss Boss Orange 31 everyday regular fit Art.-Nr. 50186402
  • Jack & Jones Clark vintage JOS 217 SUP Art.-Nr. 12035673 Hauptbild
    Jack & Jones Clark vintage JOS 217 SUP Art.-Nr. 12035673
  • Jeans Fritz For friends Slim straight fit Art.-Nr. 18613 Hauptbild
    Jeans Fritz For friends Slim straight fit Art.-Nr. 18613
  • Kik kikstar Worker Art.-Nr. 8298400 Hauptbild
    Kik kikstar Worker Art.-Nr. 8298400
  • Kuyichi Lewis regular fit Art.-Nr. 1001-0-85-830-84-95 Hauptbild
    Kuyichi Lewis regular fit Art.-Nr. 1001-0-85-830-84-95
  • Lee Powell low slim Art.-Nr. L704OBDK Hauptbild
    Lee Powell low slim Art.-Nr. L704OBDK
  • Levi's 501 Original fit Art.-Nr. 00501.01.14 Hauptbild
    Levi's 501 Original fit Art.-Nr. 00501.01.14
  • Nudie Average joe straight leg Art.-Nr. 110791 Hauptbild
    Nudie Average joe straight leg Art.-Nr. 110791
  • Salsa Salsa Low waist Art.-Nr. 911136990110210 Hauptbild
    Salsa Salsa Low waist Art.-Nr. 911136990110210
  • Wrangler Texas stretch regular fit Art.-Nr. W12-133-010 Hauptbild
    Wrangler Texas stretch regular fit Art.-Nr. W12-133-010
  • Zara Slim fit 003 low waist Art.-Nr. 5575/423/407 Hauptbild
    Zara Slim fit 003 low waist Art.-Nr. 5575/423/407

Größter Textilkonzern der Welt schweigt

15 Jeans – von 10 Euro bis 249 Euro – hat die Stiftung Warentest auf Halt­barkeit, Pass­form und Schad­stoffe untersucht Test Männerjeans. Das über­raschende Ergebnis: Gute Denim-Ware gibt es bereits für wenig Geld. Weitere Erkennt­nis: Unter welchen Bedingungen die Jeans hergestellt werden, wollten viele Anbieter nicht verraten. Wie wichtig sind der Firma die Mitarbeiter und die Umwelt? „Auskunft verweigert“ hieß es hier bei den Anbietern Diesel, Hugo Boss, Jeans Fritz, Kuyichi und Salsa – ebenso 7 for all mankind, Lee und Wrangler, die zur VF Corporation gehören. Die VF ist nicht irgendwer, sondern das größte Textil­unternehmen der Welt, dem viele weitere Marken wie etwa The North Face gehören. Am Ende bekamen die Tester keine einzige chinesische Fabrik zu Gesicht. Dabei ist China der größte Jeans­produzent der Welt.

H&M produziert in Bangladesch

Immerhin sieben Jeans­anbieter öffneten ihre Fabriken, darunter H&M und Kik in Bangladesch sowie Levi’s in Pakistan. Ein wirk­lich starkes Engagement wird aber nirgendwo gelebt. Selbst in Italien, wo G-Star und Nudie produzieren lassen, gab es große Schwach­stellen: Lieferanten werden ungenügend kontrolliert, teils fehlt es an Arbeitnehmer­vertretungen. Am Ende stehen H&M und Zara am besten da, obwohl auch sie nur durch­schnitt­liches Engagement unter Beweis stellen.

Der Arbeits­schutz reicht nicht aus

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Oft wird den Jeans mit Sprüh­pistolen der letzte Schliff gegeben. Hier trägt ein Arbeiter stellen­weise Farbe auf.

Eine der kritischsten Stufen in der Produktion ist die Veredlung. Hier werden die Jeans an ihrer Oberfläche stark bearbeitet, um abge­tragen auszusehen (used look). Hier kommen Bims­steine, Harz, Sand oder Chemikalien zum Einsatz. Es passiert, dass Arbeiter in Ohnmacht fallen, weil sie bei großer Hitze Chemikalien aufsprühen und die Belüftung ausgestellt wurde. Unzu­reichender Arbeits­schutz ist ein großes Problem der Branche. Außerdem sind viele Arbeiter unzufrieden mit ihrem Lohn, da sie davon nicht leben können. Das ergaben Interviews in den Produktions­stätten. Auch Über­stunden sind außer­halb Europas weiter ein Problem. Sie liegen oft über dem Erlaubten oder werden nicht immer angemessen bezahlt.

Sand­strahlen wird weiter praktiziert

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Sand­strahlen mitten in Italien: Trotz des Schutz­anzugs besteht Gesund­heits­gefahr. Die feinen Sand­partikel gelangen über­all hin.

Auch mithilfe von Sand­strahlen können Jeans­anbieter ihren Hosen ein abge­tragenes Aussehen geben. Der feine Sand­staub kann aber die Lungen der Arbeiter schädigen und schlimms­tenfalls zum Tod führen. Besonders in der Türkei sind seit 2004 gehäuft Erkrankungen und Todes­fälle aufgetreten. Keine der 15 Jeans im Test wurde mit Sand behandelt, wie ein Experte bestätigte. Dennoch haben die Tester in mehreren Produktions­stätten gesehen, dass das Sand­strahlen weiter praktiziert wird. In der Regel erledigen das Subunternehmer, die für mehrere Auftrag­geber arbeiten. H&M etwa hat sich vom Sand­strahlen losgesagt. Doch in der gleichen Fabrik in Bangladesch, wo H&M Jeans produzieren lässt, wurde es für andere Anbieter einge­setzt. Der schwe­dische Anbieter Nudie bekennt sich zum Sand­strahlen und glaubt, die Schutz­anzüge der Arbeiter seien sicher. Kunden sollten beim Einkauf neuer Hosen daher kritisch nach­haken: Tipps.

Suche nach der grünen Jeans

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Qualitäts­kontrolle in Bangladesch: Diese Frauen über­prüfen, ob die Hosen sauber genäht wurden. Anschließend wird die Ware verpackt.

Bei der Jeans­produktion fallen viele Mengen an Wasser an. Eine Analyse von Levi’s zeigt, dass neben dem Baumwoll­anbau auch die Wäscherei am Ende der Produktion betroffen ist – bis zu 42 Liter Wasser werden pro Hose verbraucht. Anbieter feilen darum an umwelt­freundlicheren Wasch­techniken, die den Wasser- und Chemikalien­verbrauch senken. Auch recycelter Denim und Biobaumwolle sollen Jeans grüner machen. Zwei Anbieter im Test, Kuyichi und Nudie, bieten Jeans aus Biobaumwolle an. Nudie konnte das Biozertifikat Gots (Global organic textile stan­dard) vorlegen, ließ aber auch Fragen offen. Die Kuyichi-Philosophie blieb gänzlich im Dunkeln. Die Firma schwieg zu allem. Zudem erwies sich ein Tracking Code in der Kuyichi-Jeans – er soll es möglich machen, dass Produktions­orte im Internet zurück­verfolgt werden können – als nutzlos. Er funk­tioniert nicht. Nicht gerade glaubwürdig für einen selbst­ernannten Bio-Vorreiter Tracking System für Ökomode: Leere Versprechen.

CSR-Test Jeans: So testete die Stiftung Warentest

Alle projekt­spezi­fischen Kriterien zur Bewertung der Unter­nehmens­ver­antwortung zum CSR-Test Jeans zum kostenlosen Download (pdf, 15 Seiten).

Hinweis: test hat gleich­zeitig auch die Jeans selbst auf ihre Pass­form und ihr Durch­halte­vermögen getestet: 15 Männerjeans im Test

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