Für eines sind Verluste gut: um Steuern auf Gewinne zu sparen. Anleger sollten jetzt vor allem ihre Altverluste einsetzen.

Bis zum 15. Dezember sollten sich Anleger einen Über­blick über die Verluste und Gewinne verschaffen, die sie im Jahr 2012 beim Verkauf von Wert­papieren gemacht haben. Das ist besonders wichtig, wenn sie auch noch Verluste aus der Zeit vor 2009 haben.

Altverluste können Anleger nur noch bis Ende 2013 nutzen, um damit Abgeltung­steuer für Verkaufs­gewinne aus Geld­anlagen wie Aktien, Anleihen oder Fonds zu sparen. Ab dem Jahr 2014 wird es viel schwieriger, Altverluste zu verrechnen.

Handeln müssen auch Anleger, die neue Verkaufs­verluste mit Gewinnen bei einer anderen Bank verrechnen wollen. Sie beantragen bis zum 15. Dezember eine Verlust­bescheinigung bei der Bank. Die Verrechnung machen sie in der Steuererklärung für 2012. Verpassen sie den 15. Dezember, geht der Verlust aber nicht verloren. Die Bank trägt das Minus auf das Jahr 2013 vor und gleicht es später mit steuer­pflichtigen Erträgen für den Kunden aus.

Letzte Steuer­chance im Jahr 2013

Altverluste haben Anleger, die bis Ende 2008 Wert­papiere wie Aktien und Anleihen oder Fonds­anteile inner­halb der alten Spekulations­frist von einem Jahr mit einem Minus verkauften. Gaben sie den Verlust in der Steuererklärung für das betreffende Jahr an, hat das Finanz­amt den Verlust fest­gestellt. Und wenn es keine Einkünfte zum Verrechnen gab, hat die Behörde ihn von Jahr zu Jahr vorgetragen – eventuell bis heute noch.

Diese Anleger sollten in diesem oder im nächsten Jahr Verkaufs­gewinne machen, um die Gewinne mit ihren Altverlusten über die Steuererklärung zu verrechnen. In ihrer Steuererklärung für 2013 haben sie zum letzten Mal die Chance, mit Altverlusten Steuern auf neue Gewinne zu sparen.

Tipp: Damit dem im nächsten Jahr nichts im Wege steht, sollten Sie dafür sorgen, dass bei Ihrer Depot­bank keine neuen Verluste aus dem Jahr 2012 mehr im Verrechnungs­topf sind. Sie sollten für Ihre aktuellen Verluste bis 15. Dezember bei Ihrer Bank eine Verlust­bescheinigung beantragen, da die Bank sie sonst auto­matisch mit neuen Verkaufs­gewinnen verrechnen wird. Nur wenn Sie 2013 Verkaufs­gewinne machen und keine Verluste beim selben Institut haben, können Sie über die Steuererklärung Ihre Gewinne mit Altverlusten verrechnen lassen.

Ehepartner können jonglieren

Ehepaare können auch unter­einander mit neuen Gewinnen und alten Verlusten jonglieren. Dafür sollten sie bei ihrer Bank getrennte Frei­stellungs­aufträge stellen.

Beispiel: Ein Ehemann hat 10 000 Euro Altverluste aus dem Jahr 2008. Im Jahr 2012 verbucht er 8 000 Euro Verluste mit dem Verkauf seiner Aktienfonds. Seine Frau hat im selben Jahr bei derselben Bank 11 600 Euro Verkaufs­gewinn.

Damit der Gewinn der Frau mit den Altverlusten des Mannes verrechnet werden kann, muss das Paar verhindern, dass seine Bank den Gewinn mit den neuen Verlusten des Mannes verrechnet. Statt eines gemein­samen Frei­stellungs­auftrags hat deshalb jeder für sich mit einem eigenen Auftrag 801 Euro frei­gestellt. So hoch ist der jähr­liche Sparerpausch­betrag für Gewinne aus Wert­papier­verkäufen, Zinsen und Dividenden, bevor das Finanz­amt Steuern kassiert.

Die Bank zieht den Sparerpausch­betrag der Frau von ihren Gewinnen ab und führt für den verbliebenen steuer­pflichtigen Teil 2 848 Euro Abgeltung­steuer inklusive Solidaritäts­zuschlag ab. Diese Steuer holt sich das Paar über die Anlage KAP ihrer gemein­samen Steuererklärung wieder zurück.

Das Finanz­amt verrechnet dann die Gewinne mit den Verlusten. Damit das klappt, muss die Frau unbe­dingt eine Steuer­bescheinigung für ihre versteuerten Gewinne von ihrer Bank verlangen.

Das Finanz­amt verrechnet auf Antrag in der Anlage KAP (Zeile 60) die 10 000 Euro alten Verluste des Mannes mit dem Gewinn der Frau in Höhe von 11 600-Euro. Für 2012 bleiben 1 600 Euro steuer­pflichtiger Ertrag. Da das unter dem Sparerpausch­betrag von 1 602 Euro im Jahr für Eheleute liegt, muss das Finanz­amt die 2 848 Euro Abgeltung­steuer erstatten. Den neuen Verkaufs­verlust des Mannes von 8 000 Euro trägt die Bank auto­matisch auf das nächste Jahr vor.

Frist im Blick

Nur noch für das Jahr 2013 ist es erlaubt, Altverluste aus Wert­papier­geschäften mit Verkaufs­gewinnen aus Kapital­vermögen auszugleichen. Ab dem Jahr 2014 lassen sich die Altverluste nur noch mit Gewinnen aus privaten Veräußerungs­geschäften verrechnen – etwa mit dem Gewinn aus dem frühen Verkauf einer vermieteten Immobilie.

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