Jahresbescheinigung für Wertpapierdepots: Keine Hilfe für die Steuererklärung

Jahresbescheinigung für Kapitalerträge Meldung

Die Jahresbescheinigung – wie die von der Berliner Sparkasse – birgt zahlreiche Fehlerquellen für die Steuererklärung.

Fehlerquelle 1

Jahresbescheinigung für Kapitalerträge Meldung

Die Kapitalerträge sind in einer Summe für die Anlage KAP zusammengefasst. Enthält der Betrag auch Kursgewinne von Finanzinnovationen wie zum Beispiel bei Nullkupon­anleihen, die unabhängig von der einjährigen Spekulationsfrist als Kapitalertrag zählen, ermittelt die Bank meist den steuerpflichtigen Betrag aus der Differenz zwischen Verkaufs- und Kaufkurs (Marktrendite). Das ist für Sie aber nicht immer günstig. Alternativ muss das ­Finanzamt auch die Rendite akzeptieren, die die Bank beim Kauf zugesichert hat (Emissionsrendite). Was günstiger ist, müssen Sie selbst errechnen.

Fehlerquelle 2

Jahresbescheinigung für Kapitalerträge Meldung

Die Bank muss die Kapitalerträge nach voll steuerpflichtigen (Zinsen) und zur Hälfte steuerpflich­tigen (Dividenden) aufteilen. Sonst können Sie eine Korrektur verlangen.

Fehlerquelle 3

Jahresbescheinigung für Kapitalerträge Meldung

Haben Sie Anteile aus ausländischen Investmentfonds im ­Depot, die Erträge wiederanlegen (thesaurieren), kann es sein, dass sie hier nicht aufgeführt sind, weil die Bank keine Angaben hat. Doch auch thesaurierte ­Erträge sind steuerpflichtig. Vorsicht auch beim Verkauf dieser Fonds: Die Bank bescheinigt alle ­während der Laufzeit wiederangelegten Erträge. Versteuern müssen Sie aber nur den im Verkaufsjahr thesaurierten ­Ertrag.

Fehlerquelle 4

Jahresbescheinigung für Kapitalerträge Meldung

Mit diesem Kostenpunkt können Sie wenig anfangen. Er erspart weder die Belege für die nachzuweisenden Werbungskosten, noch sagt er viel aus. Unter „Aufwendungen“ hat hier die Berliner Sparkasse nicht mal die Depotgebühren des Anlegers erwähnt.

Fehlerquelle 5

Jahresbescheinigung für Kapitalerträge Meldung

Unter „Private Veräußerungsgeschäfte“ listen die Banken wie hier die Berliner Sparkasse oft sicherheitshalber sämtliche Wertpapierverkäufe des vergangenen Jahres auf. In dem Beispiel rechts greift die einjährige Spekulationsfrist nur für den letzten Verkauf. Nicht mal den Verkauf muss der Depotbesitzer in der Anlage SO angeben: Er hat nur so wenig Gewinn gemacht, dass dieser die steuerpflichtige Grenze von 512 Euro im Jahr nicht erreicht.

Fehlerquelle 6

Jahresbescheinigung für Kapitalerträge Meldung

Erst für 2005 muss die Bank hier ein „Ergebnis“ angeben. Das ist jedoch nicht mit dem steuerlichen Gewinn oder Verlust aus Veräußerungsgeschäften gleichzusetzen. Dieser ergibt sich aus Verkaufspreis – Ankaufspreis – Werbungskosten (siehe „Mit Spekulationsgewinnen rechnen“).

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