Irritation um Kabel Deutschland-Gebühren Meldung

Der Kabelanschluss von Kabel Deutschland wird teurer. Künftig will das Unternehmen 16,90 Euro und damit 2,77 Euro oder fast 20 Prozent mehr kassieren als bisher. Für zusätzlichen Ärger sorgt der dritte Absatz des Schreibens, mit dem Kabel Deutschland die Preiserhöhung ankündigt: „Um Ihnen den Einstieg ins digitale Fernsehen so einfach wie möglich zu machen, haben wir für Sie jetzt ein Treueangebote zusammengestellt“, heißt es dort. Das klingt nach Zwangsdigitalisierung. test.de erklärt, was es mit der Preiserhöhung auf sich hat und welche Optionen Kabel Deutschland-Kunden haben.

Kein Zwang zur Digitalisierung

Kabel Deutschland versichert: Auch das bisherige Analog-Angebot bleibt. Allerdings: Kunden, die weiterhin nur analog Fernsehen gucken wollen, sollen künftig genau wie Digitalkunden 16,90 Euro monatlich zahlen. Doch Kunden müssen die Preiserhöhung nicht akzeptieren: Wer widerspricht, bekommt das Kabelfernsehen weiterhin für den alten Preis. Allerdings kann Kabel Deutschland kündigen. Schon seit April bietet das Unternehmen den rein analogen Anschluss nicht mehr neu an. Jeder Kabelanschluss liefert sowohl die gewohnten 33 Analog-Programme als auch derzeit 76 und künftig noch weitere digitale Programme. Um digital fernsehen zu können, brauchen Kunden zusätzlich einen speziellen Empfänger und eine Smart-Card.

Investitionen ins Kabelnetz

Die Erhöhung der Preise um fast 20 Prozent begründet Kabel Deutschland außer mit einem Inflationsausgleich nach Jahren ohne Preiserhöhung und mit der Mehrwertsteuererhöhung auch mit hohen Investitionen. Das Unternehmen hat das Kabel für viele Millionen Euro fit gemacht für die Einspeisung digitaler Programme und das hochauflösende HDTV. Bezahlen sollen dafür auch Kunden, die weiterhin nur normales Analog-Kabelfernsehen wollen. Jeder Kabel Deutschland-Anschluss für einen einzelnen Haushalt kostet künftig einheitlich 16,90 Euro. Wer in Zukunft gerne digital Fernsehen gucken möchte, bekommt Förderung per „Treue-Angebot“: Den für den Digital-Empfang nötigen Receiver samt Smart-Card sowie einen Probe-Monat des Pay-TV-Angebots Kabel-Home gibts gratis.

Recht zum Widerspruch

Doch Kabel Deutschland-Kunden können widersprechen. Wer innerhalb von vier Wochen nach Erhalt des Preiserhöhungsschreibens widerspricht, bekommt sein Kabelfernsehen weiterhin zu den bisherigen Konditionen. Allerdings: Kabel Deutschland bekommt ein Kündigungsrecht. Das Unternehmen kann sich von Kunden trennen, die sich auf die neuen Konditionen nicht einlassen wollen. Wie Kabel Deutschland verfahren werde, sei noch nicht entschieden, erklärte Unternehmenssprecher Marco Gassen. Er könne sich allerdings nicht vorstellen, dass es zu Massenkündigungen kommt, erklärte er gegenüber test.de. Möglicherweise werde Kabel Deutschland solchen Kunden ein neues Angebot machen. Sicher sei allerdings, dass Kabel Deutschland bis auf weiteres auch das normale Analog-TV-Signal liefern werde.

Tipp

  • Widerspruch. Wenn Sie widersprechen wollen, müssen Sie innerhalb von vier Wochen an Kabel Deutschland schreiben. Die korrekte Adresse steht unten in den Preiserhöhungsschreiben. Wenn vor Ablauf der Widerspruchsfrist noch genug Zeit ist, bitten Sie um eine Bestätigung. Wenn nur noch wenig Zeit ist oder Kabel Deutschland vor Ablauf der Frist noch keine Bestätigung geschickt hat, schicken Sie den Widerspruch per Einschreiben mit Rückschein.

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