Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hat die Investor- und Treuhand-­Beratungsgesellschaft mbH (Investor- u. Treuhand) und zwei ihrer Mitarbeiter verurteilt, umgerechnet 95 000 Euro an einen Anleger zu zahlen. Der Anleger muss im Gegenzug seine Anteile an einem Medienfonds zurückgeben. Die Beratungsfirma hafte für ihre Vermittler wegen Falschberatung. Die Vermittler selbst hafteten wegen vorsätzlicher Fehlinformationen über das Risiko einer Beteiligung an einem Filmproduktionsfonds (Az. 8 U 6/01).

Im vorliegenden Fall hatte der Anleger nach einer sicheren Vermögensanlage gefragt. Die Berater der von Mario Ohoven geführten Investor u. Treuhand hatten daraufhin eine riskante Beteiligung an einem Medienfonds empfohlen, bei der Steuerersparnisse im Vordergrund standen. Da für den Anleger Steuerersparnisse nicht wichtig waren, sei die Empfehlung nicht sachgerecht gewesen, urteilte das OLG.

Zudem sei der Anleger mit wahrheitswidrigen Angaben über die Sicherheit der Anlage getäuscht worden. Der Berater habe unter anderem eine mit „Weihnachtsgeschenk“ überschriebene Kundeninformation vorgelegt. Darin sei ein durch internationale Versicherungen garantierter Kapitalrückfluss von 77,3 Prozent der Zeichnungssumme in nur 18 Monaten herausgestellt worden, ­erklärte der Düsseldorfer Rechtsanwalt Jens Graf. Nur durch die Hervorhebung des angeblich umfassenden Versicherungsschutzes sei es den Beratern gelungen, die Bedenken des Kunden und seiner Ehefrau zu zerstreuen, urteilte das OLG. Daran hätte auch das Studium der korrekten Prospektangaben nichts geändert.

Die Investor- u. Treuhand hat gegen das Urteil Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt.

Dieser Artikel ist hilfreich. 557 Nutzer finden das hilfreich.