Fondserträge – ein Teil geht ans Finanzamt

Alle Erträge von Fonds unterliegen der Steuerpflicht: Zinsen, Mieterträge, Zwischengewinne und Dividenden. Werden die Fonds in einem Depot in Deutschland verwahrt, führt die Bank als Vor­auszahlung an das Finanzamt Zinsabschlagsteuer oder für inländische ­Dividenden Kapitalertragsteuer ab.

Die Vorauszahlung wird dem Anleger angerechnet, wenn das Finanzamt nach Abgabe der Steuererklärung festgestellt hat, wie viel er tatsächlich zahlen muss.

Wann die Banken die Vorauszahlung abführen, hängt von der Art des Fonds ab.

Ausschüttende Fonds: Sobald der Fonds Erträge ausschüttet, zieht die Bank davon die Steuern ab.

Thesaurierende Fonds: Sie schütten die Erträge nicht an den Anleger aus, sondern stecken sie direkt ins Fondsvermögen. Bei inländischen Fonds (Isin beginnt mit DE) wird die Steuer am Ende des Geschäftsjahres aus dem Fondsvermögen abgeführt. Bei ausländischen Fonds ist das nicht möglich. Die Bank führt erst Steuern ab, wenn der Anleger seine Anteile verkauft. Dann sind alle Erträge seit dem Kauf zu versteuern.

In allen Fällen können Anleger den ­Steuerabzug nur vermeiden, wenn sie der Bank oder Fondsgesellschaft einen Freistellungsauftrag oder eine Nichtver­anlagungsbescheinigung geben.

Wer seine Fonds bei einer ausländischen Bank oder Fondsgesellschaft lagert, hat keinen automatischen Steuerabzug. Er muss natürlich trotzdem die Erträge in seiner Steuererklärung angeben.

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