153 Investmentfonds wurden im Jahr 2000 aufgelöst, in diesem Jahr sind es bereits rund 100 ­ ein Negativrekord. Zum Vergleich: 1997 wurden gerade mal 10 Fonds vom Markt genommen.

Zugemacht werden vor allem stark spezialisierte Fonds mit einem kleinen Volumen. In Zeiten der Aktienbaisse leiden diese Anlageprodukte an Mittelabflüssen, geringen Depotbeständen und ausbleibenden Neuzuflüssen und geraten so schnell an die Grenzen der Wirtschaftlichkeit.

Oft sind es Fonds, die von den Investmentgesellschaften aus reinen Marketingüberlegungen auf den Markt gebracht wurden, um bei jedem Trend auf dem Börsenparkett dabei zu sein. Häufig werden aber auch Fonds zusammengelegt und die Produktpalette bereinigt.

Die meisten Fonds hat in diesem Jahr die Fondsgesellschaft CitiGroup aufgelöst, im Mai allein 16. Aber auch andere renommierte Gesellschaften wie Chase Manhattan, Franklin Templeton, J. P. Morgan, Sal. Oppenheim, UBS, Union-Investment und Vontobel verabschiedeten sich von einigen Fonds.

Besonders ärgerlich ist die Fondsschließung für Anleger, die weniger als zwölf Monate dabei sind und einen Gewinn erwirtschaftet haben. Denn die Fondsauflösung wird vom Fiskus behandelt wie der normale Verkauf von Fondsanteilen. Geschieht dies innerhalb der Spekulationsfrist von einem Jahr, müssen die erzielten Gewinne versteuert werden.

Bevor ein Fonds geschlossen oder mit einem anderen zusammengelegt wird, müssen die Anleger und das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BAKred) informiert werden ­ mindestens drei Monate vorher. In dieser Zeit kann der Anleger entscheiden, ob er das in der Regel erfolgende Angebot, in einen anderen Fonds der Gesellschaft zu wechseln, annehmen will.

Tipp: Gebühren oder einen neuen Ausgabeaufschlag sollten Anleger nicht akzeptieren, das Umschichten in einen andern Fonds ("switchen") sollte kostenfrei sein.

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