Der AriDeka und der Fidelity European Growth bekommen neue Fondsmanager. Der UniGlobal hat den Wechsel gerade hinter sich. Wir zeigen, was das für Folgen haben kann.

Im Januar übernimmt Alexander Scurlock das Management des Fidelity European Growth Fund, eines der besten ­Aktienfonds Europa überhaupt. Ob der Fonds so gut bleibt?

Auch der AriDeka, ebenfalls ein Aktienfonds Europa, steht vor einem Wechsel des Fondsmanagers. Murray Burford hört auf, ein Nachfolger wird noch gesucht.

Anders als bei Fidelity soll der Neue nicht die Kontinuität wahren, im Gegenteil. Der Fonds ist seit Jahren schlecht. Das zu ändern, hat sich die Fondsgesellschaft Deka vorgenommen. Das ist gut, denn Zehntausende von Sparkassenkunden haben insgesamt 4,9 Milliarden Euro in diesem Fonds liegen.

Vor kurzem hat in dem ebenfalls 4,9 Milliarden Euro schweren UniGlobal, einem Aktienfonds Welt, ein Wechsel stattgefunden. Der langjährige und erfolgreiche ­Manager Thomas Meier hat Union Investment, die Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken, verlassen. Olgerd Eichler ist der Mann, der die Erfolgsgeschichte des Fonds fortsetzen soll.

Wenn alles beim Alten bleibt

Ein Managementwechsel kann, muss aber an der Qualität des Fonds nichts ändern. Ein Beispiel für Stabilität ist der Templeton Growth Fund, der seit 1954 am Markt ist, und seither eine herausragende Leistung bringt.

Der Fondsmanager hat zweimal gewechselt, alle waren gut. Es gibt nur wenige Fonds, die so gleichmäßig gut sind wie der Templeton Growth, und das, obwohl er nie durch sagenhafte Kurssprünge auffiel – oder vielleicht gerade deshalb.

„Value“ ist der englische Begriff für seine Anlagestrategie, die auf stetige Wertzu­wächse zielt – anders als das Wort „growth“ im Fondsnamen vermuten lässt. Denn das ­bezeichnet eine Strategie, die auf Wachstumswerte setzt, Aktien mit hohem Kurspotenzial und entsprechenden Risiken.

Diese Strategie verfolgt der Baring German Growth Trust. Doch das allein erklärt nicht den Absturz des einst zur Spitze ­gehörenden Deutschlandfonds.

Im Jahr 2003 rutschte er in unserer Fünfjahresanalyse ab und war nur noch Durchschnitt, ein Jahr später lag er unter dem Durchschnitt. Vor allem das Jahr 2002 sei schwierig gewesen, heißt es bei Baring. Zwischen April 2001 und Dezember 2004 waren nacheinander vier verschiedene Manager für den Fonds zuständig. Seit Januar 2005 ist Gianluca Giardina verantwortlich. Mittlerweile ist der vergleichsweise kleine Fonds mit einem Volumen von rund 310 Millionen Euro zurück in der Spitze: Platz 8 in unserem Dauertest (siehe Aktienfonds Deutschland). Ein Blick auf die jüngste Vergangenheit lässt auf eine noch bessere Zukunft hoffen.

Das Korsett der Gesellschaften

Wie ein Fonds abschneidet, hängt nicht nur von den Fähigkeiten der Manager ab. Es kommt auch auf die Vorgaben der Fondsgesellschaft an, die zum Beispiel vorschreibt, welche Papiere der Fonds zur Auswahl hat.

Dafür ist der Investa von der DWS, der Fondstochter der Deutschen Bank, ein Beispiel. Auch dieser Fonds investiert in deutsche Aktien und liegt derzeit in unserem Test auf Platz 42 von 73. Es ist gerade noch Durchschnitt, was Manager Henning Gebhardt hier abliefert.

„Der DWS Investa darf nur in Standard- und nicht in Nebenwerte investieren“, ­erklärt Gebhardt. „Und Nebenwerte sind in der Vergangenheit besser gelaufen.“

Nebenwerte sind anders als Standardwerte Aktien kleinerer und mittlerer Unternehmen.

Auch Vorgaben der Gesellschaften zur Organisation des Fondsmanagements im Allgemeinen können die Qualität der Fonds beeinflussen. In diesem Punkt hat die Deka in den vergangenen Jahren von sich reden gemacht – allerdings in negativer Hinsicht.

Im Jahr 2003 führte sie für ihre Fonds einen Investmentprozess ein, in dem keiner mehr die letzte Verantwortung trug. So war zum Beispiel ein Team für die Aktienanalyse zuständig und ein anderes für die Zusammenstellung der Fondsportfolios. Kein Manager gab mehr einem Fonds sein Gesicht. Die Folge: Die Fonds wurden durchweg schlechter.

Rund eineinhalb Jahre später kehrte die Deka zum früheren System zurück – das so oder ähnlich die meisten Gesellschaften verfolgen. Analysten suchen Unternehmen heraus, in die zu investieren sich lohnt. Die Manager, die selbst meist auch Analysten für ein Land oder eine Branche sind, entscheiden dann, welche Papiere sie wann kaufen oder verkaufen und in welcher Menge. Und sie halten für Erfolg oder Misserfolg ihre Köpfe hin.

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