Investmentfonds Meldung

Für Fondsanleger bringt das neue Jahr einige Änderungen mit sich.

Für den deutschen Privatanleger ist die Welt seit Jahresanfang etwas europäischer: Mit In-Kraft-Treten des Investmentmodernisierungsgesetzes hat die Bundesregierung eine Richtlinie der Europäischen Union umgesetzt.

Hedgefonds: Seit Jahresbeginn dürfen in Deutschland Hedgefonds vertrieben werden. Private Anleger haben normalerweise nur Zugang zu Dach-Hedgefonds. Auf die Gefahren, die diese Investmentklasse birgt, müssen die Anbieter hinweisen wie die Zigarettenhersteller auf die Nachteile des Rauchens: „Der Bundesminister der Finanzen warnt: Bei diesem Investmentfonds müssen Anleger bereit und in der Lage sein, Verluste des eingesetzten Kapitals bis hin zum Totalverlust hinzunehmen.“

OGAW: Künftig darf es in Deutschland außerdem so genannte OGAWs geben. Diese „Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren“ können gleichzeitig, quasi über alle Anlagekategorien hinweg, in Aktien, Anleihen, Derivate, Dach-, Geldmarkt- und Immobilienfonds investieren. Die bislang geltende Typentrennung ist aufgehoben. Noch halten sich die großen Anbieter von Publikumsfonds allerdings bedeckt, inwieweit sie die neuen Möglichkeiten nutzen werden.

Verkaufsprospekt: Die neuen Richtlinien verpflichten die Branche zu mehr Transparenz. Zusätzlich zum Verkaufsprospekt müssen die Anbieter dem Kunden einen standardisierten Verkaufsprospekt vorlegen. Darin soll der Anleger alle wesentlichen Informationen in leicht verständlicher Sprache erhalten, wie etwa Angaben zur Anlagepolitik des Fonds, zum Risikoprofil, zur Wertentwicklung oder zur Besteuerung. Die Gebühren müssen die Gesellschaften in Form der Kennzahl TER (Total Expense Ratio, deutsch: Gesamtkostenquote) ausweisen.

Dachfonds: Die Fondsgesellschaften dürfen künftig generell die Gebühren sowohl des Dachfonds als auch des Zielfonds berechnen. Bisher war das nur erlaubt, wenn die Zielfonds keine hauseigenen Fonds waren.

Fusionen: Es wird für die Fondsgesellschaften leichter, Fonds zusammenzu- legen. Anleger sollten darauf ein Auge haben. Schließlich muss das neue Gebilde nicht unbedingt mit den eigenen Anlagezielen zusammenpassen.

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