Fondskosten: Anleger können nur beim Kauf sparen

Kaufkosten. Die beste Gelegenheit zum Sparen haben Anleger beim Kauf ihrer Fondsanteile. Wenn sie Fonds über ihre Hausbank kaufen, wird normalerweise eine Provision, der sogenannte Ausgabeaufschlag, fällig. Er ­beträgt bei Aktienfonds meist um die 5 Prozent. Wer 10 000 Euro anlegt, hat rund 500 Euro Zusatzkosten.

Diese Ausgabe können Anleger sparen, wenn sie die Fonds über einen Fondsvermittler im Internet kaufen. Auch beim Kauf über eine Direktbank ist der Ausgabeaufschlag in der Regel stark ermäßigt oder entfällt völlig.

Eine andere Möglichkeit ist der Börsenkauf, der auch über die Hausbank laufen kann. In diesem Fall treten an die Stelle des Ausgabeaufschlags die banküblichen Kaufgebühren sowie die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs (Spread). Unterm Strich betragen die Spesen meist zwischen 1,5 und 3 Prozent. Die genaue Höhe hängt davon ab, welche Gebühren die jeweilige Bank für Börsenorders in Rechnung stellt. Anleger sollten sich vor einem Kauf unbedingt danach erkundigen.

Laufende Kosten. Keinen Einfluss hat der Anleger auf die regelmäßigen Verwaltungskosten und auf die Erfolgsgebühr. Er kann nur beim Kauf darauf achten, dass er keinen besonders teuren Fonds erwischt. Für die Verwaltung von Aktienfonds werden jährlich meist zwischen 1 und 3 Prozent pro Jahr berechnet, die erfolgsabhängigen Gebühren können noch einmal eine ähnliche Größenordnung erreichen. Beim AHW Top Dividende summierten sich alle laufenden Kosten im Geschäftsjahr 2007 auf über 8 Prozent! In der Fondsbewertung von Finanztest sind alle Renditen nach Kosten angegeben.

Auf die in der Fondsbranche gebräuchliche „Gesamtkostenquote“ (TER für ­Total Expense Ratio) sollten sich Anleger nicht verlassen. Die Quote kann im nächsten Geschäftsjahr ganz anders ausfallen. Außerdem bleiben wichtige Kosten unberücksichtigt. Vor allem die Transaktionsgebühren fallen unter den Tisch. Wenn ein Fondsmanager fleißig Kosten produziert, indem er immer wieder Aktien kauft und verkauft, ist davon in der TER nichts zu sehen.

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