Investmentfonds Meldung

Gerade erst erholen sich viele Fonds. Nun sollen die Anleger zusätzliche Gebühren bezahlen, wenn der Kurs steigt.

Die Erfolgsgebühren. Die vier großen deutschen Fondsgesellschaften verlangen von ihren Anlegern für einige Fonds seit Kurzem erfolgsabhängige Gebühren – zusätzlich zu den festen Verwaltungsgebühren. Mit den neuen Gebühren werden meist Aktienfonds belastet, mitunter aber auch Misch-, Renten- und Geldmarktfonds.

Die Rechnung. In der Regel wird die Gebühr fällig, wenn der Fondsmanager seinen Vergleichsindex schlägt. DWS, Deka und Union Investment zwacken sich von diesem Vorsprung bis zu 25 Prozent ab. Allianz Global Investors (AGI) nimmt 20 Prozent. Bei Fonds ohne Vergleichsindex, etwa Geldmarktfonds, gilt als Maßstab eine feste Rendite, zum Beispiel 3 Prozent. Die erfolgsabhängige Gebühr hängt dann davon ab, wie stark der Fonds die 3-Prozent-Marke übertrifft. Die Union berechnet die Erfolgsgebühr nur, wenn der Fonds im Vergleichsjahr im Plus lag. Bei Deka, AGI und DWS kann die Gebühr dagegen sogar dann fällig werden, wenn der Fonds Verlust gemacht hat.

Die Kritik. Von Erfolg kann erst die Rede sein, wenn ein Fonds einen früher erreichten Höchststand übertrifft. International ist es üblich, Erfolgsgebühren erst dann zu nehmen. Die deutschen Gesellschaften kassieren sofort, wenn es wieder aufwärts geht. Der Zeitpunkt für die Einführung neuer Gebühren ist schlecht gewählt. Die Verluste der Krise trafen die Anleger voll, jetzt sollen sie von der Kurserholung einen Teil abgeben.

Tipp: In unserem monatlichen Fondsdauertest können Sie sehen, wie die Fonds nach Abzug von Gebühren abschneiden. Gerade mit Aktienfonds können die Manager trotzdem gute Ergebnisse erreichen. Problematisch wird es bei Renten- und Geldmarktfonds, die ohnehin nur geringe Erträge erwirtschaften. Bei diesen Fonds schlagen sich höhere Gebühren in der Qualität nieder.

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