Investmentfonds Meldung

Ein neues Gesetz vereinheitlicht die Steuern auf Dividenden aus ausländischen und inländischen Investmentfonds.

Jetzt müssen Anleger mit Anteilen an ausländischen Fonds ihre Dividenden wie bei inländischen Fondsanteilen nur noch zur Hälfte versteuern. Der Gesetzgeber hat mit dem Investmentsteuergesetz zum 1. Januar 2004 die Steuerregeln reformiert.

Danach gelten endlich für alle Investmentfonds einheitliche steuerliche Grundsätze, egal wo sie aufgelegt wurden. Eine Unterscheidung in weiße, graue oder schwarze Auslandsfonds und in Inlandsfonds gibt es nicht mehr.

„Anleger profitieren von der Beseitigung der Ausländerdiskriminierung“, resümiert Rüdiger H. Päsler, Geschäftsführer des BVI Bundesverband Investment und Asset Management, die Änderung. Während bisher nur Dividenden deutscher Fonds zur Hälfte steuerfrei blieben, waren Dividenden ausländischer Fonds voll steuerpflichtig. Das empörte vor allem die deutschen Anleger mit Anteilen an Fonds, die anderswo in Europa aufgelegt wurden.

Halbe-halbe-Regel

Investmentfonds Meldung

Auf Drängen der EU-Kommission in Brüssel musste Deutschland das Investmentsteuerrecht reformieren.

Das ist nun vorbei. Dividenden in- und ausländischer Fonds unterliegen jetzt gleichermaßen dem so genannten Halbeinkünfteverfahren. Die neue Regel gilt für Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2003 beginnen. Dividenden, die ein ausländischer Fonds im neuen Geschäftsjahr ausschüttet oder wieder anlegt (thesauriert), sind erstmals nur noch zur Hälfte zu versteuern.

Hat der Sparer seine ausländischen Fondsanteile im Depot einer deutschen Bank verwahrt und dort einen Freistellungsauftrag erteilt, gewinnt er durch die Änderung Spielraum beim Freibetrag von 1 370 Euro (Ehepaare 2 740 Euro) im Jahr.

Für die Höhe des Freistellungsauftrags sind auch Zinsen und sonstige Erträge ins Kalkül zu ziehen. Für sie ändert sich nichts. Sie sind nach wie vor voll steuerpflichtige Beträge.

Komplizierte Abrechnung

Das neue Gesetz macht die steuerliche Abrechnung der Kapitalerträge leider nicht einfacher. Wie bisher müssen Sparer Zinsen, Dividenden und sonstige Erträge in der Steuererklärung nach zwei Steuerregeln aufschlüsseln:

  • Voll steuerpflichtige Zinsen und
  • zur Hälfte steuerfreie Dividenden.

Will der Anleger auch Werbungskosten über der Pauschale von 51 Euro abrechnen, etwa für die Depotverwaltung, muss er diese den Kapitalerträgen nach den zwei Steuerregeln zuordnen: Für Werbungskosten im Zusammenhang mit den zur Hälfte steuerfreien Dividenden kann er nur den halben Betrag ansetzen, für die anderen den vollen.

Für Fonds erlaubt die Finanzverwaltung eine vereinfachte Zuordnung: Die Werbungskosten dürfen im Verhältnis zu den Erträgen aufgeschlüsselt werden, die voll oder halb steuerpflichtig sind.

Die Fondsgesellschaften und auch der BVI geben zudem Erläuterungen für das Ausfüllen der Steuererklärung. Am wichtigsten ist die Steuerbescheinigung des depotführenden Instituts. Sie enthält Daten, die Anteilsbesitzer in die Steuererklärung eintragen müssen.

Außerdem hat die Fondsgesellschaft nach dem neuen Gesetz steuerliche Veröffentlichungspflichten. Bei jeder Ausschüttung und Wiederanlage muss sie den Anleger in deutscher Sprache über die steuerlichen Erträge informieren.

Keine Zwischengewinne mehr

Ein Posten gehört seit 1. Januar nicht mehr zu den steuerpflichtigen Erträgen – die Zwischengewinne. Deshalb können Anleger auch nicht mehr die zum Beispiel beim Kauf von Anteilen an Geldmarkt- oder Rentenfonds gezahlten Zwischengewinne als negative Einnahmen verbuchen.

Damit konnten sie bisher ihre Einnahmen mindern. Ab 2004 klappt diese Gestaltung bei Fonds nicht mehr.

Spekulanten müssen aufpassen

Bei den Spekulationsgewinnen und -verlusten aus Fonds ändert sich nichts: Anders als bei Aktien gilt beim Verkauf von Fondsanteilen innerhalb der zwölfmonatigen Spekulationsfrist nicht das Halbe-halbe-Verfahren. Fondsverkäufer müssen Spekulationsgewinne voll versteuern. Steuern sind aber erst fällig, wenn die Gewinne aus ihren gesamten privaten Veräußerungsgeschäften im Jahr die Freigrenze von 512 Euro erreicht haben.

Bringt der Verkauf von Fondsanteilen innerhalb der Spekulationsfrist Verluste, können Verkäufer diese voll von anderen Verkaufsgewinnen abziehen. Aktienverkäufer dürfen nur die Hälfte ansetzen.

Noch Zukunftsmusik

Gerade die Besteuerung von Kapitalerträgen ist für viele ein Buch mit sieben Siegeln. Das soll sich mit Einführung einer Abgeltungssteuer ändern. Die Bundesregierung plant ab 2005 einen einheitlichen Steuersatz von voraussichtlich 25 Prozent auf Zinsen, Dividenden und Aktiengewinne.

Dieser Artikel ist hilfreich. 382 Nutzer finden das hilfreich.