Investmentfonds Meldung

Die gute Nachricht: Von diesem Jahr an müssen die Dividenden ausländischer Fondsanteile nur noch zur Hälfte versteuert werden. Endlich gelten für in- und ausländische Fonds die gleichen Regeln. Die schlechte Nachricht: Kompliziert bleibt die Steuererklärung für Anleger trotzdem. Der Grundsatz ist ganz einfach: Dividenden müssen zur Hälfte versteuert werden. Das ganze heißt Halbeinkünfteverfahren und gilt für Geschäftsjahre, die nach Silvester 2003 beginnen. Außerdem ist unter bestimmten Umständen Spekulationssteuer zu zahlen.

Regel mit Ausnahmen

Grundsätzlich sind Kapitalerträge jenseits des Freibetrags von 1 370 Euro (Ehepaare: 2 740 Euro) voll steuerpflichtig. Für Dividenden gilt eine Ausnahme, weil für die Gewinnausschüttungen an Aktionäre bereits Körperschafts- und Kapitalertragsteuern zu zahlen sind. Die verbleibende Bardividende selbst ist daher nur zur Hälfte steuerpflichtig.

Rechnen mit Zins und Dividende

Einfacher wird die Steuererklärung für Anleger nicht. Sie müssen voll steuerpflichtige Zinsen und zur Hälfte steuerfreie Dividenden für die Steuererklärung getrennt ermitteln. Bei manchen Fonds fallen sowohl Zinsen als auch Dividenden an. Beim Ausfüllen der Steuererklärung helfen die Informationen der Fondsgesellschaft. Meist sind detaillierte Tipps zu Steuerfragen zu haben.

Spesen erster und zweiter Klasse

Noch komplizierter wird die Steuererklärung, wenn Werbungskosten wie Depotgebühren geltend zu machen sind. Pauschal berücksichtigt das Finanzamt 51 Euro ohne Abrechnung im Detail. Wer höhere Kosten hatte, muss sie nachweisen. Soweit die Kosten sich auf halb steuerpflichtige Dividenden beziehen, können Sie nur zur Hälfte berücksichtigt werden. Spesen bei der Verwaltung von Zinsprodukten dagegen werden voll angerechnet. Bei Depotgebühren für Fonds mit Zinserträgen und Dividenden sind die Gebühren entsprechend dem Verhältnis von Dividenden und Zinsen aufzuteilen.

Spekulation mit Fonds

Unabhängig von der Kapitalertragsteuer müssen Anleger Veräußerungsgewinne versteuern, wenn Fondsanteile oder Aktien innerhalb eines Jahres ge- und wieder verkauft werden. Dabei gilt eine Freigrenze von 512 Euro. Sie bezieht sich aber nicht nur auf Kursgewinne beim Verkauf von Aktien und Aktienfonds. Auch Gewinne aus dem Verkauf von Immobilien müssen einbezogen werden, wenn zwischen Kauf und Verkauf nicht mehr als 10 Jahre liegen. Sobald der Veräußerungsgewinn insgesamt höher als 512 Euro liegt, ist der gesamte Betrag zu versteuern. Mit anderen Worten: Wer 500 Euro Spekulationsgewinn erzielt hat, bleibt steuerfrei. Wer dagegen auf 520 Euro kommt, muss davon bei einem persönlichen Steuersatz von 30 Prozent 156 Euro ans Finanzamt überweisen.

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