Investmentfonds Special

Templeton Growth, DWS Vermögens­bildungs­fonds I, Fidelity European Growth – viele Anleger und lang­jährige Nutzer des Fonds­tests von Finanz­test finden ihre Lieblings­fonds in den Tabellen nicht wieder. Grund: Zu Jahres­beginn hat Finanztest seine Bewertungs­methode umge­stellt. Das aber ist kein Nachteil: Anleger, die ihr bestehendes Fonds­depot beur­teilen wollen, finden weiterhin Angaben zu ihren Fonds­favoriten – in der Einzelfondsabfrage.

Empfehlungs­liste mit Angaben zur Strategie

Es hat sich einiges getan bei den Fonds­tests von Finanztest: Die Fonds­experten haben ihre Fonds­bewertung umge­stellt und sich dafür entschieden, zu einzelnen Fonds mehr und tiefer­gehende Informationen anzu­bieten. Die Leser sollen einen Fonds nicht allein aufgrund einer Bewertungs­zahl kaufen, sondern sie sollen beur­teilen können, ob ein Fonds auch wirk­lich in ihr Depot passt. Die neuen Fond­stabellen enthalten deshalb außer der Analyse von Chance, Risiko und Wert­entwick­lung auch Angaben zur Anla­gestrategie. So weit in die Tiefe gehen können die Fonds­experten von Finanztest aber nicht bei allen 7 000 Fonds aus der Analyse. Das machen sie nur für die Fonds, die sie aktuell als erste Wahl zum Kauf empfehlen. Anleger finden die Angaben im kosten­pflichtigen Produktfinder Investmentfonds.

Kostenlose Einzel­fonds­abfrage für den Depotcheck

Die anderen Fonds sind dabei aber nicht aus dem Blick­feld und aus der Darstellung von Finanztest gefallen: Mit der Einzelfondsabfrage können Leser ihre bestehenden Fonds weiterhin beob­achten. Die Einzel­fonds­abfrage zeigt, wie sich ein Fonds im Vergleich zum Referenzfonds geschlagen hat – das ist in jeder Gruppe ein mark­breiter Indexfonds, an dem sich alle messen müssen. Die Einzel­fonds­abfrage zeigt auch, auf welchem Rang ein Fonds in seiner Gruppe steht. Anleger brauchen nur die Kenn­nummer einzugeben und sehen dann, ob sie ihren Fonds behalten können oder eventuell verkaufen sollten. In vielen Fällen dauert der Check nur wenige Minuten. In der großen Tabelle stellen die Experten von Finanztest die aktuellen Daten für die beliebtesten Fonds dar. Das sind die Fonds, die bei der Leser­umfrage im Früh­jahr am häufigsten genannt wurden.

Welche Fonds Anleger behalten können

Der erste Blick der Anleger sollte der Spalte „Seit Ende 2006“ gelten. Sie sehen dort, wie sich ein Fonds entwickelt hat und um wie viel besser oder schlechter seine Rendite im Vergleich zum Referenzfonds ist. Außerdem zeigt die Einzel­fonds­abfrage den Platz, den der Fonds damit in seiner Gruppe einnimmt. Gut ist es, wenn ein Fonds über den gesamten Unter­suchungs­zeitraum eine bessere Wert­entwick­lung erzielt hat als der Referenzfonds. Das ist in der Gruppe der Aktienfonds Welt zum Beispiel beim DWS Top 50 Welt der Fall. Er hat seit Ende 2006, dem Beginn der Fonds-Unter­suchung, ein Minus von 0,1 Prozent pro Jahr erzielt. Allerdings hat der Fonds um 0,3 Prozent­punkte besser abge­schnitten als der Referenzfonds mit durch­schnitt­lich minus 0,4 Prozent pro Jahr.

Den Trend beachten

Sicher­heits­halber sollten Anleger noch auf die Ergeb­nisse für die kürzeren Zeiträume schauen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob der Fonds sich eher in einem Aufwärts­trend oder in einem Abwärts­trend befindet. Der DWS Top 50 Welt beispiels­weise hatte zwischen­durch eine Schwächephase, was sich an der vergleichs­weise schlechten Platzierung für die jüngsten drei und zwei Jahre zeigt. Doch im vergangenen Jahr besserte sich das Bild wieder: Platz 184. Was den Trend angeht, so schneidet bei den Aktienfonds Welt der DWS Top Dividende mit am besten ab. Er hat seit Ende 2006 um 2,7 Prozent pro Jahr zugelegt und liegt die ganze Zeit über im oberen Viertel der Fonds­gruppe. Unter den Aktienfonds Europa fällt der First Private Europa Aktien ULM ins Auge, der über die gesamte Zeit extrem schlecht ist – Platz 512 von 523 –, aber seit zwei Jahren wieder auf dem Weg nach oben zu sein scheint. Der Fidelity European Growth Funds, lange Zeit ein Bestseller, dümpelt hingegen weiter im Mittel­feld.

Diese Fonds sollten Anleger beob­achten

Ein anderer Klassiker hat sich erholt: Der Templeton Growth Fund, über Jahr­zehnte einer der besten Fonds, hat ebenfalls eine jahre­lange Durst­strecke hinter sich. Doch seit vier Jahren gehört er wieder zum oberen Drittel seiner Gruppe. Dagegen steckt der bei vielen Deutschen beliebte DWS Vermögens­bildungs­fonds I noch immer in der Krise. Er zählt seit drei Jahren zu den schlechtesten 15 Prozent seiner Gruppe und hat im vergangenen Zwölf­monats­zeitraum um 13,1 Prozent­punkte schlechter abge­schnitten als der Referenzfonds. An den nackten Zahlen gemessen müsste der Fonds eigentlich auf der Verkaufs­liste stehen. Doch viele Anleger tun sich schwer, solche eins­tigen Topfonds aus dem Depot zu schmeißen. Das gilt besonders dann, wenn sie immer noch vom selben Manager betreut werden. Anleger, die ihre einst­mals guten Fonds nicht einfach aufgeben wollen, können sie noch eine Weile weiter beob­achten – sollten das dann aber besonders intensiv tun.

Chat klärt Fragen zum neuen Fonds­test

Am Mitt­woch, den 30. Mai, haben die Experten von Finanztest Fragen zur neuen Bewertungs­methode der Fonds und zum Gebrauch der beiden Produktfinder beant­wortet. Lesen Sie hier die Antworten.

Dieser Artikel ist hilfreich. 295 Nutzer finden das hilfreich.