Die geplante Doppelbesteuerung von Investmentfonds ist vom Tisch. Passiert das Steuervergünstigungsabbaugesetz den Bundesrat in der vom Bundestag verabschiedeten Fassung, müssen Anleger erst bei Rückgabe ihrer Anteile 15 Prozent Steuern vom Kursgewinn zahlen. Die Steuer soll unabhängig davon fällig werden, wie lange Wertpapierverkäufer ihre Anteile im Depot hatten. Schon versteuerte, wiederangelegte Erträge wie Dividenden oder Zinsen rechnet das Finanzamt an.

Vom steuerpflichtigen Kursgewinn kön­nen Verkäufer Kauf- und Verkaufsnebenkosten abziehen. Ebenso dürfen sie Verkaufsverluste mit -gewinnen verrechnen. Außerdem sollen sie Verkaufsgewinne erst ab 1 000 Euro (bisher 512 Euro) im Jahr versteuern müssen.

Anteilseigner von inländischen Fonds sind gegenüber Anlegern in ausländische Fonds künftig im Vorteil: Kurssteigerungen des Fonds durch Aktiengewinne bleiben beim Verkauf der Anteile zur Hälfte steuerfrei. Wegen dem Halbeinkünfteverfahren kassiert der Fiskus statt 15 Prozent nur 7,5 Prozent.

Diese Ungleichbehandlung für in den EU-Ländern aufgelegte Fonds widerspricht jedoch den EU-Regeln. Bis Anfang 2004 will die Bundesregierung eine Gleichstellung gesetzlich verankern.

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