Investmentfonds Special

Stein auf Stein. Ob Steintürme oder Vermögens­aufbau – exaktes Vorgehen ermöglicht den Erfolg.

Wer Vermögen aufbauen möchte, sollte auch auf Aktien setzen. Mit einigen Grund­regeln haben Anleger die Risiken im Griff. Die Experten von Finanztest raten zu Aktienfonds. Nicht nur für Einsteiger geeignet sind Exchange Traded Funds. Das sind börsen­gehandelte Aktien­indexfonds, kurz ETF genannt.

So teilen Anleger ihr Geld auf

Auf die richtige Balance kommt es an – auch bei der Geld­anlage. Sonst droht das aufgetürmte Vermögen in sich zusammen­zufallen. So teilen Anleger ihr Geld voraus­schauend auf: Ihren Notgroschen legen sie auf ein Tages­geld­konto Produktfinder Tagesgeldangebote. Darüber hinaus sind Fest­gelder mit verschiedenen Lauf­zeiten die richtige Wahl, Geld ohne Risiko zur Seite zu legen Produktfinder Festgeldangebote. Bei den nied­rigen Zinsen kommt man damit aber nicht weit. Auch risiko­bewusste Anleger sollten ein begrenztes Engagement in Aktien nicht ausschließen. Ein hohes Risiko geht ein, wer nur seine Lieblings­aktie kauft und hohe Gewinne erwartet. Beispiel gefäl­lig? Der Kurs der Apple-Aktie sank ab September 2012 um mehr als 40 Prozent. Doch ab April 2013 drehte sich der Wind und das Papier legte bis Ende September 2014 von nied­rigem Niveau um mehr als 90 Prozent zu. In der Summe hat ein Apple-Aktionär in diesem Zeitraum ein Plus von gut 8 Prozent erzielt.

Breite Auswahl senkt das Risiko

Wer nicht dem Wohl und Wehe eines einzelnen Unter­nehmens ausgesetzt sein will, sollte Aktien vieler Unternehmen kaufen, am besten aus verschiedenen Branchen und Ländern. Denn Kurs­schwankungen in unterschiedlichen Regionen und Branchen heben sich zum Teil gegen­einander auf. Das verringert das Verlustrisiko. Für die meisten ist es aber zu aufwendig und zu teuer, verschiedene Unter­nehmens­titel zu kaufen. Die Lösung bietet ein Aktienfonds. Der bündelt das Geld vieler Anleger und kann damit einen Stapel verschiedener Aktien kaufen. Der Anleger besitzt auch bei kleineren Summen rechnerisch Anteile an vielen Unternehmen.

Die ideale Wahl für Einsteiger

Ideal nicht nur für Einsteiger ist ein börsen­gehandelter Aktien­indexfonds, kurz ETF genannt: Exchange Traded Funds. Solche Fonds bilden einen Aktien­index, etwa den Deutschen Aktien­index, Dax, möglichst genau ab. Steigt der Index, steigt in gleichem Maße der Wert des Fonds, sinkt der Index, sinkt auch der Wert.

Tipp: Im Produktfinder Fonds und ETF finden Sie Bewertungen für rund 3 500 aktiv gemanagte Fonds und ETF aus 45 Fonds­gruppen – von Aktienfonds Welt bis Rohstoff­fonds. Aber auch für Fonds, die nicht bewertet werden, etwa weil sie zu jung oder zu klein sind, gibt es Rendite- und Risiko­einstufungen.

1 600 Werte im Welt­aktien­index

Die Stiftung Warentest empfiehlt allerdings Aktien­indexfonds, die nicht nur auf deutsche Unternehmen setzen und außerdem mehr als 30 Werte wie der Dax enthalten. Es gilt die Grund­regel: Je breiter die Aktien nach Regionen und Branchen gestreut sind, desto geringer ist das Verlustrisiko. Ein Welt­aktien­index bietet sich dafür an. Der bekann­teste Welt­aktien­index ist der MSCI World. Er fasst rund 1 600 Aktien aus 23 Ländern zusammen – von A wie Apple bis Z wie Zurich Insurance Group. Es handelt sich vor allem um große und mitt­lere Aktien etwa aus den USA, Japan und den Industrieländern Europas. In den vergangenen fünf Jahren haben sich Anleger über einen Wert­zuwachs von rund 14 Prozent pro Jahr freuen können, wenn sie einen der fünf ETF auf den MSCI World gekauft haben. Lang­fristig betrug die Indexrendite jähr­lich 7,4 Prozent. Garan­tiert sind die Zuwächse aber nicht. Auch mit einem Minus müssen Anleger rechnen. In den zurück­liegenden fünf Jahren wären von 100 Euro schlimms­tenfalls nur 85 Euro übrig­geblieben. Der bisher höchste Verlust des Index in den letzten 40 Jahren lag bei über 54 Prozent. Damit Verluste wieder ins Plus drehen können, sollte der Anleger rund zehn Jahre auf sein investiertes Geld verzichten können.

Tipp: Details zur Fonds­auswahl lesen Sie im Produktfinder Fonds und ETF Welcher Fonds zu Ihnen passt.

Drei Vorteile von Aktien­indexfonds

Börsen­gehandelte Aktien­indexfonds sind vergleichs­weise jung. Weil ein Börsen­index ihre Zusammenset­zung vorgibt, werden sie auch als passive Fonds bezeichnet. Stärker verbreitet sind aktiv gemanagte Fonds. Bei ihnen legen Manager das Geld der Anleger nach eigenen Kriterien an. Ihr Ziel ist es, einen Börsen­index in der Wert­entwick­lung zu schlagen. Das gelingt immer mal wieder, selten aber über lange Zeiträume. Da setzen sich die ETF durch – der erste Vorteil. Ein Fonds­manager kostet Geld. Deshalb sind die Kosten eines gemangten Fonds höher als die eines ETF – ihr zweiter Vorteil. Zudem müssen Anleger die Entwick­lung eines aktiv gemanagten Fonds genau verfolgen und intensiver über Kauf und Verkauf nach­denken. Ein ETF hingegen läuft wie der Index – Vorteil Nummer drei.

Nicht abwimmeln lassen

Um Geld in einem Aktien­indexfonds anzu­legen, ist ein Wert­papierdepot erforderlich Test von Wertpapierdepots, Finanztest 6/2013. Das bietet jede Bank an. Die Mitarbeiter verkaufen aber ungern ETF. Wegen der geringen Kosten verdienen sie daran nichts. Lieber bieten sie aktiv gemanagte Fonds der haus­eigenen Investmentgesell­schaft an. Kunden sollten hartnä­ckig bleiben und auf den Kauf von ETF bestehen. Die Depot- und Kauf­kosten bei Filial­banken liegen bis zum Vierfachen über denen bei Online­banken. Knapp 60 Euro zahlt zum Beispiel ein Kunde in einer Filiale der größten deutschen Sparkasse, der Hamburger Sparkasse Haspa, wenn er einmalig Fonds­anteile im Wert von 5 000 Euro kauft. Güns­tiger sind Online­banken. Das Depot ist meistens kostenlos. Für den Kauf von Fonds­anteilen im Wert von 5 000 Euro zahlen Anleger im Netz rund 20 Euro.

Tipp: Es muss keine Einmal­anlage sein. Wer monatlich 25 Euro oder mehr anlegen will, kann das mit einem Sparplan auf einen Aktien­indexfonds tun. Online­banken bieten güns­tige Konditionen.

Investmentfonds Special

Dieser Artikel ist hilfreich. 28 Nutzer finden das hilfreich.