Interview zur Riester-Rente Meldung

Altersvorsorgeverträge sollte man erst 2002 unterschreiben, weil sie erst dann gefördert werden. Finanztest fragte Wolfgang Scholl von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, wie Vorschnelle ihre Verträge rückgängig machen können.

Wer jetzt schon einen Altersvorsorgevertrag unterschrieben hat und bereut: Kommt er wieder heraus?

Scholl:

Meistens. Fast alle bisher angebotenen Produkte sind Rentenversicherungsprodukte, also Versicherungsverträge. Hat man hier wesentliche Verbraucherinformationen nicht erhalten, kann man dem Vertrag nach Paragraph 5a des Versicherungsvertragsgesetzes noch bis ein Jahr nach Zahlung des ersten Beitrags widersprechen. Er wird damit rückwirkend null und nichtig.

Ein Widerspruch ist angebracht, wenn der Anbieter nicht korrekt und deutlich darauf hingewiesen hat, dass das Produkt die Fördervoraussetzungen nicht erfüllt, weil es noch nicht zertifiziert ist.

Was können Kunden tun, wenn ein Unternehmen sich trotzdem weigert, sie gehen zu lassen?

Scholl:

Das Problem wird eher sein, die eingezahlten Beiträge zurückzubekommen. Der erste Rat ist, sofort die Beitragszahlung zu stoppen, Lastschrifteinzugsermächtigungen zu widerrufen und schon erfolgte Lastschrifteinzüge zurückzuholen. Dann muss der Kunde den Widerspruch gegen den Versicherungsvertrag schriftlich formulieren, dem Versicherer übersenden und dabei das eingezahlte Geld zurückverlangen. Sofern das nicht fruchtet, kann ab Oktober der Versicherungs-Ombudsmann bemüht werden, der künftig solche Fälle schlichten soll. Wer eine Rechtsschutzversicherung hat, kann natürlich auch sofort klagen.

Informationen zur Riester-Rente mit Anleitungen zum Widerruf und Musterbrief (kostenloser Download) gibt es im Internet unter www.vz-nrw.de/riester-rente2 .

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