Interview Meldung

Renate Thiemann

Rentenversicherte sollen ihre Ansprüche besser einschätzen können. Seit 1. Juni 2002 ver­schicken die Rentenversicherungsträger deshalb ­individuelle Renteninformationen an alle gesetzlich Rentenversicherten. Finanztest sprach mit Renate Thiemann, Sprecherin des Verbandes Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR).

Finanztest: Werden alle Versicherten noch 2002 Post bekommen?

Renate Thiemann: Nein! Das würde ­bedeuten, dass von Juni bis Dezember 2002 rund 40 Millionen persönliche Renteninformationen erstellt und versandt werden müssten. Die Information erfolgt schrittweise. 2002 werden rund ein Sechstel, 2003 zwei Sechstel und 2004 die letzten drei Sechstel angeschrieben. Ab 2005 erhält dann jeder Versicherte jährlich seine Information.

Finanztest: Was können Versicherte aus ihrer Rentenprognose ablesen?

Renate Thiemann: Die Höhe ihrer derzeitigen Erwerbsminderungsrente, die bisher erwirtschaftete Altersrente, eine Hochrechnung der Altersrente ab Vollendung des 65. Lebensjahres nach heutigen Werten und eine, bei der eine 1,5- bzw. 3,5-prozentige Rentenanpassung für die Zukunft unterstellt wird. Grundlage der Hochrechnung ist unter anderem die Erwerbssituation in den letzten fünf Jahren. Unterstellt wird heutiges Recht. Durch die künftig jährliche Information werden Veränderungen im persönlichen Bereich wie auch Gesetzesänderungen für jeden Einzelnen sofort transparent.

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