Interview Meldung

Rechtsanwältin Nicole Hofmann aus Berlin

Wer Verträge unterschrieben hat, kann mitunter noch ­zurück. Doch die Kündigung, den Rücktritt oder den ­Widerruf muss er im Streit beweisen können. Wie das geht, erklärt die Berliner Rechtsanwältin Nicole Hofmann.

Finanztest: Wie stelle ich sicher, dass mein Gegner nicht später behaupten kann, er habe nichts erhalten?

Hofmann: Am besten ist es, ein Schriftstück selber abzugeben und sich das auf einer datierten Kopie bestätigen zu lassen. Das kann notfalls auch ein Bote tun. Oder man beauftragt beim Amtsgericht gegen Gebühr den Gerichtsvollzieher.

Finanztest: Gibt es noch Alternativen?

Hofmann: Ja, die Kombination aus Einschreiben mit Rückschein, Fax und Brief. So hat der Empfänger kaum eine Chance, den Zugang zu verweigern, zu verzögern oder zu leugnen. Das gilt aber nur, wenn man nachweisen kann, dass auch wirklich das fragliche Schriftstück verschickt wurde. Hier hilft es, alles mit einem Zeugen zu erledigen, der einen Brief auch eintütet und mit zur Post bringt.

Finanztest: Helfen vor Gericht auch E-Mails oder Faxprotokolle?

Hofmann: Beim Faxprotokoll sind Manipulationen und Bedienungs- oder Übertragungsfehler möglich. Faxe sind nur mit einem Zeugen sinnvoll, der dann Inhalt und Sendezeitpunkt notiert. Der Ausdruck einer E-Mail ohne digitale Signatur hat keinen Beweiswert. Er belegt nicht den Zugang der Nachricht.

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