Interview Meldung

Volker Knauer

Zahlendreher in einer Überweisung bemerken viele Banken, weil die Kontonummer eine Prüf­ziffer enthält, berichtet Volker Knauer vom Bundesverband deutscher Banken.

Können Kunden eine falsche Überweisung noch zurückholen?

Nur wenn sie sich rasch melden und der Auftrag noch nicht ausgeführt ist. Auch Online-Überweisungen werden ja nicht sofort in dem Moment ausgeführt, wo der Kunde auf „Abschicken“ drückt, sondern landen erst in einer Art elektronischem Briefkasten. Ein Auftrag, den ein Kunde abends erteilt, wird zumeist erst am nächsten Vormittag bearbeitet.

Und wenn der Kunde den Fehler erst auf dem Kontoauszug bemerkt?

Prinzipiell gilt: Eine Überweisung ist unwiderruflich. Sobald das Geld auf dem Konto der Empfängerbank liegt, ist nichts mehr zu machen.

Wie lange dauert das?

Wenn es dieselbe Bank ist, kann das noch am selben Tag sein. Bei einer fremden Bank bis zu drei Tage. Ab 2012 müssen Euro-Überweisungen EU-weit schon am nächsten Tag ankommen.

Empfängername und Kontonummer gleichen die Banken nicht ab?

Nein. Seit 1. November 2009 brauchen die Banken das wegen der europa­rechtlich geltenden schnellen Ausführungsfristen nicht mehr zu prüfen. Doch viele haben in die Kontonummer eine Prüfziffer eingebaut. Eine Software prüft, ob die vom Kunden eingegebene Zahl logisch ist. Wenn nicht, erscheint bei ihm ein Hinweis am Bildschirm. Besonders bei der internationalen Kontonummer IBAN ist das so fein austariert, dass Fehler nahezu unmöglich sind.

Der Kunde kann von seiner Bank aber nicht Rückerstattung fordern?

Nein, aber sie wird sich bemühen, das Geld zurückzuholen, also sich an die Empfängerbank wenden, damit die ihren Kunden zur Rückgabe auffordert. Da er „ungerechtfertigt bereichert“ ist, muss er den Betrag zurückgeben.

Kommt so etwas oft vor?

Fast nie. Dennoch muss der Rat lauten: Kunden sollten beim Ausfüllen genau aufpassen und alles nochmal kontrollieren. Wer öfter an denselben Empfänger überweist, sollte sich Vorlagen anlegen, was viele Banken anbieten. Und: Viele Fehler passieren schon vorher, zum Beispiel wenn der Empfänger seine Kontonummer am Telefon durchgibt.

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