Interview Meldung

Uta Kadow vom Landeskriminalamt Berlin

Neue Sicherheitsmerkmale sollen verhindern, dass Euro-Scheine gefälscht werden können. Trotzdem tauchten 2002 allein beim Berliner Landeskriminalamt (LKA) 800 nachge­machte Euro-Noten auf. Finanztest fragte die Leiterin des Falschgeldkommissariats Ute Kadow, wie sich Verbraucher schützen können.

Finanztest: Ist der Euro doch leichter zu fälschen als die D-Mark? Welche Geldscheine werden am häufigsten kopiert?

Ute Kadow: Die Sicherheitsmerkmale des Euro sind so gut wie bei der D-Mark und können von den Fälschern nicht perfekt nachgemacht werden. Die nachgemachten Scheine sehen lediglich auf den ersten Blick echt aus. Wer genauer hinsieht, kann die Noten sofort als Fälschung erkennen. Am häufigsten wird derzeit die 50-Euro-Note gefälscht.

Finanztest: Wie können sich Verbraucher vor Falschgeld schützen? An welchen Orten werden die Blüten bevorzugt unter die Leute gebracht?

Ute Kadow: Um sich vor Falschgeld zu schützen, muss man die Sicherheitsmerkmale kennen: Wasserzeichen, Sicherheitsfaden, Stichtiefdruck, Spezialfolienelement und ab 50 Euro ein Hologramm sowie ein Farbwechsel der Ziffern. Bei den Kreditinstituten oder unter www.bundesbank.de gibt es kostenlos Informationen. Falschgeld wird überall dort in den Verkehr gebracht, wo viel Betrieb ist und das Geld nicht ausreichend geprüft wird.

Finanztest: Was sollen Verbraucher tun, wenn sie einen nachgemachten Geldschein in den Händen halten?

Ute Kadow: Grundsätzlich sollte jeder sein Geld sofort prüfen, wenn er es erhält, so wie man auch das Wechselgeld nachzählt. Wenn man doch einmal Falschgeld unerkannt eingenommen hat, muss man es bei einer Bank oder der Polizei abgeben, wo es ersatzlos eingezogen wird. Gibt man das Falschgeld wissentlich aus, kann man zu einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren verurteilt werden.

Dieser Artikel ist hilfreich. 448 Nutzer finden das hilfreich.