Interview Meldung

Professor Wolfgang Römer

Die EU-Vermittlerrichtlinie soll im Jahr 2005 in nationales Recht umgesetzt werden. Versicherungsvermittler müssen dann strengere Auflagen als bisher erfüllen. Wir ­sprachen mit dem Versicherungsombudsmann Professor Wolfgang Römer, der bei Streit zwischen Versicherungen und ihren Kunden schlichtet.

Finanztest: Was wird sich verbessern?

Römer: Oberstes Ziel ist es, den Versicherungsschutz zu verbessern. Vermittler sollen ihre Qualifikation nachweisen und einige auch optimieren. Ihre Arbeit soll transparenter werden. Der Kunde soll zum Beispiel von vornherein wissen, ob er es mit einem Vertreter zu tun hat, der nur für eine Gesellschaft arbeitet, oder mit einem Makler mit einem gewissen Marktüberblick. Zugute kommen wird es dem Verbraucher auch, dass die Vermittler ihre Beratungsgespräche schriftlich festhalten müssen. Das erleichtert nachher die Feststellung einer etwaigen falschen Beratung.

Finanztest: Warum wird die Richtlinie nicht wie vorgesehen schon im Januar ­umgesetzt?

Römer: Die verschiedenen Interessensverbände haben sich bisher nicht einigen können.

Finanztest: Offensichtlich ist noch nicht klar, welche Institution künftig die Qualifikation der Vermittler kontrollieren soll. Was ist noch offen?

Römer: Die einzelnen Verbände der Versicherungsvermittler sind sich untereinander nicht einig, wer im Einzelnen eine Befähigung nachweisen muss. Das Problem ist auch nicht leicht zu lösen, wenn man an die vielen nebenberuflich Tätigen und an die Mitarbeiter der Strukturvertriebe denkt, die häufig keine ausreichende Ausbildung haben.

Finanztest: Geht die Vermittlerrichtlinie weit genug?

Römer: Nein - im gesamten Versicherungsbereich gibt es zu viele praktische Schwierigkeiten. Diese alle zu lösen, darf von der Richtlinie nicht erwartet werden. Unsolide Werbung der Unternehmen lässt sich zum Beispiel durch die Richtlinie nicht verhindern.

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