Interview Meldung

Peter Knaak, Telefonexperte der Zeitschrift test

Vor zehn Jahren war Telefonieren per Internet zwar technisch möglich. Wegen der schlechten Tonqualität nutzten es aber nur wenige. Warum das jetzt anders ist und wie ­teuer die Gespräche sind, fragte Finanztest Peter Knaak, Telefonexperte der Zeitschrift test.

Finanztest: Wie funktioniert Internet-­Telefonie und welche Geräte sind nötig?

Knaak: Bei Voice over IP (VoIP), wie Internet-Telefonie im Fachjargon heißt, wird das Gespräch genau wie eine E-Mail über das Internet übertragen. ­Der Anrufer braucht jedoch einen schnellen Internetzugang und spezielle Geräte. Das kann zum Beispiel der dsl-Anschluss sein, an den er ein so genanntes IP-Telefon oder einen Laptop/PC mit Mikrofon und Kopfhörer anstöpselt. Oder er benötigt einen mobilen Minicomputer (PDA), der sich per Funkverbindung ins Netz wählen kann. Der Angerufene nutzt sein ganz normales Telefon und merkt im besten Fall gar keinen Unterschied zum normalen Telefonat.

Finanztest: Was macht Internet-Telefonie für den Normalverbraucher interessant?

Knaak: In erster Linie die geringen Gesprächskosten um 2 Cent pro Minute – den Preis für den Internetzugang mal nicht eingerechnet. Der Preis bleibt auch so niedrig, wenn man auf Reisen per Internet telefoniert. Der Netzbetreiber Arcor plant sogar, jedem Nutzer von VoIP zwei Rufnummern zuzuteilen. Dann kann zum Beispiel die globetrottende Tochter mit ­einem mobilen Gerät zu den in Deutschland geltenden Preisen telefonieren.

Finanztest: Wird der Festnetzanschluss dann bald überflüssig?

Knaak: Nein, denn er ist die Basis für den schnellen Internetzugang. Außerdem ist die Gesprächsqualität bei VoIP noch nicht einwandfrei, wenn das Gespräch in ein anderes Telefonnetz übertragen wird, zum Beispiel von Telekom zu Arcor oder gar über Kontinente hinweg.

Dieser Artikel ist hilfreich. 244 Nutzer finden das hilfreich.