Interview Meldung

Privat Krankenversicherte beschweren sich beim PKV-Ombundsmann Klaus Theo Schröder über ihren Versicherer. Doch bei Beitragserhöhungen kann er nicht viel machen.

28 Prozent der Kunden, die sich im Jahr 2010 bei Ihnen beschwerten, hatten mit ihrer Beschwerde Erfolg. Sind Sie zufrieden mit dieser Erfolgsquote?

Schröder: Viele Beschwerden betreffen strukturelle Fragen, die nicht unbedingt in der Zuständigkeit des Ombudsmanns liegen. Ich bin in erster Linie für konkrete Einzelfälle zuständig. Eine strukturelle Frage ist beispielsweise eine Beitragserhöhung in einem bestimmten Tarif, die für alle dort versicherten Kunden wirksam wird, nicht nur für einen einzelnen Kunden.

Immerhin knapp 9 Prozent der im vergangenen Jahr eingegangenen Beschwerden betrafen Beitragserhöhungen. Diesen Kunden konnten Sie also nicht helfen?

Schröder: Doch. In vielen Fällen führt eine Beschwerde wenigstens teilweise zum Erfolg. Je nach Einzelfall bietet der Versicherer beispielsweise einen günstigeren Tarif mit geringerem Leistungsumfang an. Oder der Kunde zahlt keinen höheren Beitrag, nimmt aber zum Beispiel einen Selbstbehalt in Kauf.

Es gibt Kunden, die Zweifel an der Beitragskalkulation des Versicherers haben. Überprüfen Sie dies?

Schröder: Dies gehört nicht zu meinen Aufgaben. Eine Beitragsanpassung darf nur nach Recht und Gesetz vorgenommen werden; konkret: nach den Berechnungen des verantwortlichen Versicherungsmathematikers des jeweiligen Unternehmens und nach Bestätigung eines unabhängigen Treuhänders. Zudem muss die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht über eine Beitragsanpassung informiert werden. Diese Prozedur gibt dem Kunden ausreichende Sicherheit.

Sie helfen auch bei Beschwerden über Versicherungsvermittler. Was raten Sie Kunden, damit es nach Vertragsschluss erst gar nicht zum Streit mit dem Vermittler kommt?

Schröder: Kein Kunde sollte etwas unterschreiben, was er nicht verstanden hat. Er sollte konsequent nachhaken, bis der Vermittler alle Fragen eindeutig und vollständig beantwortet hat.

Kontakt: www.pkv-ombudsmann.de
Telefon: 0 180 2/55 04 44

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