Interview Meldung

Die Volkswirtschaftlerin Dr. Ulrike Dennig vom Hamburgischen Welt-Wirtschaftsinstitut

Mit 4,5 Prozent Zinsen fürs Tagesgeld eröffnete die niederländische UGBI-Bank im Frühling das Prozentrennen. Mittlerweile wirbt die französische Bank first-e mit 6 Prozent. Die Volkswirtschaftlerin Dr. Ulrike Dennig vom Hamburgischen Welt-Wirtschaftsinstitut beobachtet das Geschäft.

Finanztest:

Die Zinsangebote werden immer besser. Machen die Banken eigentlich noch Gewinn?

Dennig:

Vielleicht, langfristig kann sich das aber keine Bank leisten. Es sind Sonderangebote zum Ködern von Neukunden ­ etwa für profitable Kreditgeschäfte.

Finanztest:

Dürfen Sparer auf noch mehr Zinsen hoffen oder ist die Rallye jetzt zu Ende?

Dennig:

Bald ist Schluss. Eine Rückkehr zu den zweistelligen Zinsbeträgen der siebziger Jahre wird es nicht geben, die Konjunktur zeigt in die andere Richtung: Die Ölpreise werden wieder sinken und die Inflation kaum weiter nach oben treiben.

Finanztest:

Was raten Sie Sparern ­ noch schnell ein Tagesgeldkonto eröffnen?

Dennig:

Ja, warum nicht. Allerdings sollte man die Kontoführungsgebühren vergleichen und nicht sofort die Hausbank wegen eines guten kurzfristigen Angebots verlassen. Auf keinen Fall sollte die Spareinlage den Betrag überschreiten, der bei einer Bankpleite durch den zuständigen Sicherungsfonds ersetzt würde. So sind beispielsweise in den Niederlanden pro Sparer 20.000 Euro garantiert (Demir Halk Bank, UGBI Bank, Finansbank). Der französische Sicherungsfond (first-e-Bank) ist großzügiger und haftet bis 70.000 Euro.

Dieser Artikel ist hilfreich. 74 Nutzer finden das hilfreich.