Interview Meldung

Prof. Volker Gruhn, Universität Leipzig

Kriminellen ist es gelungen, Geheimzahlen von Onlinekonten der Dresdner Bank und der Postbank zu erbeuten und Überweisungen zu veranlassen. Finanztest fragt ­Volker Gruhn, Professor für Angewandte Telematik und E-Business, wie gefährlich Onlinebanking heute ist.

Finanztest: Sind die Verbraucher beim Onlinebanking leichtsinniger geworden oder die Methoden der Betrüger besser?

Gruhn: Es ist sicher beides der Fall. Hacker werden trickreicher und sie profitieren von unvorsichtigen Verbrauchern. Zum Beispiel, wenn diese ihre Software und ihre Betriebssysteme nicht auf den neuesten Stand bringen oder Software aus ungesicherter Quelle installieren.

Finanztest: Können auch technische ­Laien ihren PC sicher machen?

Gruhn: Ja. Sie können zum Beispiel zwei Festplatten für ihren PC installieren. Für das Onlinebanking starten sie den Rechner von der einen Platte, auf der stets die neuesten Betriebssystem-Patches installiert werden. Auf dieser Platte darf dann außer der Bankingsoftware keine andere Software installiert sein und von dort aus auch nicht im Internet gesurft werden. Dafür ist dann die andere Platte.

Finanztest: Wer haftet, wenn das Konto durch Hacker leer geräumt wird?

Gruhn: Entscheidend sind die Haftungsbedingungen der Bank. Betreibt der Kunde Onlinebanking nur von einer gut gewarteten Wechselplatte ohne Fremdsoftware, hat es die Bank schwer, ein Verschulden des Kunden nachzuweisen.

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