Interview Meldung

Dieter Rauch, Geschäftsführer des Verbundes Deutscher Honorar­berater (VDH), zum neuen Qualitätssiegel für Finanzberater.

Finanztest: Was hat der Kunde von dem Siegel?

Rauch: Unternehmen, die das Siegel Honorarberater VDH ­tragen, lassen sich nur ihr Knowhow und den Zeitaufwand vergüten. Der Berater muss neutral sein, dem Kunden gegenüber völlig transparent arbeiten und er muss alle offenen und versteckten Vergütungen von Versicherern und Fondsgesellschaften ­ablehnen. Der Kunde soll wissen, dass der Berater keine Interessenkonflikte hat.

Finanztest: Muss der Berater auch gut sein?

Rauch: Das Siegel ­bekommt nur, wer beim VDH Mitglied ist. Die Anforderungen sind mindestens fünf Jahre Berufserfahrung. ­Bewerber müssen mindestens Finanzfachwirte oder Bankbetriebswirte sein. In den uns angeschlossenen 270 Betrieben arbeiten etwa 80 zertifizierte Finanzplaner. Es gibt in Deutschland nur etwa 1 000 dieser Spezialisten.

Finanztest: Was kostet eine Beratung?

Rauch: Unsere Mitglieder sind Freiberufler, die Preise frei verhandeln. Für die Betreuung der Finanzplanung einer Familie verlange ich 2 Prozent vom Nettoeinkommen des Kunden. Die Erstberatung für einen Berufsanfänger kostet pauschal 250 bis 300 Euro.

Finanztest: Versicherer kassieren Gebühren und Provisionen für ihre Vermittler, Sie nehmen Honorar. Wo ist der Unterschied?

Rauch: Wir bieten Nettotarife ohne Provisionen an. Die sind bis zu 25 Prozent günstiger. Bei den hohen Beiträgen für eine Berufsunfähigkeitsversicherung hat der Kunde dann das Honorar für den Berater schnell wieder drin.

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