Interview Meldung

Ombudsmann Wolfgang Römer

Versicherungsombudsmann Wolfgang Römer ist jetzt auch als Schlichter für Streitigkeiten zwischen Kunden und freien Versicherungsvermittlern zuständig. Vor allem befindet er darüber, ob der Vermittler den Verbraucher bei Abschluss eines Vertrags falsch beraten hat.

Finanztest: Mit welchen Konflikten können sich Versicherte an Sie wenden?

Römer: Es können mir Kunden schreiben, die sich von einem freien Versicherungsvermittler falsch beraten fühlen. Zum Beispiel, wenn der Makler verspricht, die Kfz-Kaskoversicherung springt uneingeschränkt für Fahrzeugschäden ein, aber im Kleingedruckten steht, sie gilt nur in den Staaten der Europäischen Union. Die Vermittler müssen seit Mai ein Beratungsprotokoll anfertigen. Das ist ein wichtiges Beweismittel, falls es später zum Streit über Beratungsfehler kommt.

Finanztest: Welche Antwort erhält der Versicherte von Ihnen?

Römer: Im Gegensatz zu meiner Kompetenz als Ombudsmann, in der ich bis zu einer Höhe von 5 000 Euro verbindlich ­zulasten eines Unternehmens entscheiden kann, sind meine Entscheidungen als außergerichtlicher Schlichter gegenüber freien Vermittlern nicht verbindlich. Das heißt, ich prüfe den Fall und die Streitenden erhalten einen Schlichterspruch, den sie annehmen können. Tun sie das nicht, ist meine schriftliche Empfehlung vor Gericht verwertbar.

Finanztest: Sie prüfen also nur, und die Gerichte entscheiden dann?

Römer: Ich bin kein Beschwerdeonkel. Obwohl ich keine Urteile fälle, bin ich davon überzeugt, dass der Vermittler bei eindeutiger Falschberatung meinen Spruch akzeptieren wird und auf eine gerichtliche Auseinandersetzung verzichtet.

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