Interview Meldung

Dr. Dirk von der Heide vom VDR

Die gesetzlichen Rentenversicherer informieren nach und nach alle Kunden über die Höhe ihrer künftigen Rente. Doch Kritiker meinen, sie geben unrealistisch hohe Renten an. Dr. Dirk von der Heide vom Verband Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR) nimmt Stellung.

Finanztest: Haben Sie die zu erwartende Rente Ihrer Versicherten falsch berechnet?

Dirk von der Heide: Nein! Unsere Hochrechnungen basieren auf den langfristigen übereinstimmenden Lohnannahmen der Europäischen Union, der Bundesregierung und der Wirtschaftsforschungsinstitute und sind aktuell auch richtig berechnet.

Finanztest: Warum ändern Sie die Renteninformation dann nächstes Jahr?

Dirk von der Heide: In der jetzt anstehenden Rentenreform ist geplant, das Rentenniveau zu senken. Wenn das kommt, passen wir die Hochrechnung in der Renteninformation entsprechend an. Da die Renteninfo jährlich versandt wird, erhält der Versicherte jeweils eine aktuelle Hochrechnung, an der auch die Auswirkungen der Rentenreformen deutlich werden.

Finanztest: Die zu erwartende Rente könnte sich also Jahr für Jahr verändern. Ist denn irgendein Betrag in der Renteninformation garantiert? Das wäre wichtig, um die private Altersvorsorge zu planen.

Dirk von der Heide: Nein, viele Faktoren, die die Rente in Zukunft beeinflussen, sind uns heute noch unbekannt. Wir können deshalb nur einen Korridor nennen, innerhalb dessen der Versicherte seine Rente realistisch einschätzen kann: Eine günstigere Variante mit einer jährlichen Rentenanpassung von 3,5 Prozent und eine niedrigere mit 1,5 Prozent. Außerdem sagen wir noch, wie es ganz ohne Rentenanpassung wäre. Dieser Rentenbetrag ist verfassungsrechtlich geschützt, soweit er auf Beiträgen beruht. Die jährlich aktualisierte Information ermöglicht es, die private Zusatzvorsorge regelmäßig anzupassen.

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