Interview Meldung

Ebay-Sprecher Joachim Guentert

Beim Internethandel über Ebay hat ein Betrüger viel Geld kassiert, aber keine Ware geliefert. Wie viele Kunden betroffen sind, kann Ebay noch nicht sagen. Der Betrüger soll einen sechsstelligen Betrag ergaunert haben. Finanztest fragte bei Ebay-Sprecher Joachim Guentert nach.

Finanztest: Auf Ihrem Nutzerforum ist Ende August vor den Betrügereien gewarnt worden. Die Benutzernamen des Betrügers wurden aber erst Mitte September gesperrt. Wie kam es zu dieser Verzögerung?

Guentert: Der Nutzer hat über einen längeren Zeitraum ohne Beanstandungen bei uns gehandelt. Nachdem er auffällig geworden war, überprüften wir ihn. Doch seine vorgelegten Unterlagen, zum Beispiel die Kopie seines Personalausweises und Kaufnachweise, waren plausibel. Als wir Kenntnis von seinen Manipulationen erhielten, wurde er umgehend vom Handel ausgeschlossen.

Finanztest: Was können die geprellten Kunden nun von Ihnen erwarten? Wird das verlorene Geld zurückerstattet?

Guentert: Wir empfehlen allen Geschädigten, sich schnellstmöglich bei uns zu melden. Nur so können wir ihnen helfen, den Ebay-Käuferschutz in Anspruch zu nehmen.

Finanztest: Dieser sieht nur Ausgleichszahlungen bis zu 300 Euro vor. Das wird bei vielen nicht reichen. Was können Sie Ihren Kunden raten, um Betrügern nicht in die Fänge zu geraten?

Guentert: Wir haben immer wieder empfohlen, sich nicht auf eine Vorauszahlung des Kaufpreises einzulassen und vor jeder Transaktion mit dem jeweiligen Handelspartner zu telefonieren. Gerade bei höherpreisigen Artikeln sollte man den Ebay-Treuhandservice in Anspruch nehmen, bei dem das Geld immer erst nach der Lieferung ausgezahlt wird.

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