Interview Meldung

Rüdiger Neumann-Duesberg

Seit dem 1. Juni gibt es die neue europäische Gesundheitskarte (European Health Insurance Card – EHIC). Was sich für Auslandsurlauber ändert, erklärt Rüdiger Neumann-Duesberg von der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland (DVKA).

Finanztest: Was müssen gesetzlich Krankenversicherte tun, bevor sie verreisen?

Neumann-Duesberg: Wer innerhalb der 28 Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und der Schweiz Urlaub macht, holt sich vorher bei seiner Krankenkasse die Gesundheitskarte (EHIC). Diese Karte wird in der Regel zusätzlich zur normalen deutschen Krankenversichertenkarte ausgestellt.

Finanztest: Die EHIC gibt es aber noch gar nicht bei allen Kassen ...

Neumann-Duesberg: Hat die Kasse noch keine EHIC, stellt sie eine „provisorische Ersatzbescheinigung“ aus. Diese gibt dieselben Rechte wie die EHIC.

Finanztest: Wenn sich jemand schon vor dem 1. Juni einen Auslandskrankenschein besorgt hat – wird der ungültig?

Neumann-Duesberg: Nein. Wurde dieser vor dem 1. Juni ausgestellt, bleibt er bis Ende 2004 gültig – es sei denn, es steht ein früheres Ablaufdatum drauf.

Finanztest: Ändert sich durch die neue Karte etwas an der Krankenbehandlung?

Neumann-Duesberg: Nein. Seit 1. Juli 2004 können Patienten in allen EWR-Ländern und der Schweiz direkt zum Arzt gehen, ohne wie bisher erst ein innerstaatliches Papier beschaffen zu müssen. Grundsätzlich haben Versicherte Anspruch auf die Leistungen, die während der Dauer des Urlaubs im anderen Staat medizinisch notwendig sind. Behandlungen, die bis zur Rückkehr nach Deutschland zurückgestellt werden können, kommen nicht in Betracht.

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