Interview Meldung

Professor Winfried Schmähl

Versicherte besser über ihre Altersversorgung informieren will die Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung, in der die gesetzlichen und privaten Rentenversicherer vertreten sind. Präsidiumsmitglied Professor Winfried Schmähl glaubt, dass sich alle zusammenraufen.

Finanztest: Viele Versicherte haben keine Ahnung, was sie aus der gesetzlichen, aus der privaten und betrieblichen Altersvorsorge insgesamt zu erwarten haben. Wie kann man das ändern?

Prof. Winfried Schmähl: Zusätzlich zu den ­Vorsorgeinformationen der einzelnen Träger der Altersvorsorge sollten jedem Versicherten eine Zusammenschau der zu erwartenden Einkünfte aus den drei Säulen ermöglicht werden.

Finanztest: Wie soll das gehen, wenn schon die Terminologie und die Berechnungsgrundlagen, beispielsweise in den Standmitteilungen der privaten Rentenversicherer und der Renteninformation der gesetzlichen Rentenversicherung, ganz unterschiedlich sind.

Schmähl: Es gibt eine Tendenz zu regelmäßiger und standardisierter Information bei den verschiedenen Trägern. Standmitteilung und Renteninformation gibt es nun jeweils jährlich.

Finanztest: Die Hochrechnung der Rente ist aber verschieden. Die Renteninformation der gesetzlichen Rentenversicherung berücksichtigt eine angenommene Inflationsrate. In den Standmitteilungen bleibt die Inflation außen vor.

Schmähl: Das wird sich 2006 ändern. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat seinen Mitgliedern empfohlen, in den Standmitteilungen die Inflation zu ­berücksichtigen. Rund die Hälfte der GDV-Mitgliedsunternehmen dürfte wohl damit im kommenden Jahr beginnen.

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