Interview Meldung

Gesundheitsökonom Prof. Dr. Eckhard Knappe

Die Berliner AOK muss womöglich ihren Beitrag von 14,9 Prozent auf weit über 15 Prozent erhöhen. Prof. Dr. Eckhard Knappe, Direktor des Zentrums für Gesundheitsökonomie der Universität Trier, meint, eine Unternehmensberatung könne der Kasse helfen, ihr Defizit zu senken.

Finanztest: Die Unternehmensberatung McKinsey überprüft die Abrechnungen der Berliner AOK mit Ärzten und Krankenhäusern. Bringt das Sparmöglichkeiten?

Knappe: Mit Sicherheit. Die Unternehmensberater werden die AOK zu mehr Wirtschaftlichkeit auffordern, eine zwingende Voraussetzung, um im Wettbewerb der Krankenkassen zu bestehen.

Finanztest: Welche Vorteile bringt das den Versicherten?

Knappe: Im Idealfall niedrigere Beiträge und qualitativ bessere, an ihrem medizinischen Bedarf orientierte Versorgung.

Finanztest: Was muss die AOK dafür tun?

Knappe: Beim „Sparen“ geht es neben den Verwaltungskosten auch um künftige Verträge mit Ärzten und Krankenhäusern. Den Kassen fehlt der genaue Einblick in medizinische Leistungen, sie können gute und schlechte nicht hinreichend unterscheiden. Sie wissen zum Beispiel nicht, ob statt Operation andere Heilmethoden besser und preiswerter wären. Konsequenz: Die Kassen zahlen häufig zu viel. Dabei sollten sie für die Versicherten optimale medizinische Leistungen zum optimalen Preis bekommen. Unternehmensberater könnten dabei helfen.

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