Interview Meldung

Michael Trommeshauser

Bei Riester-Produkten sollen Sparer eigentlich erkennen können, wie viel von ihrem Beitrag für Kosten abgezogen wird. Die Praxis ist das Gegenteil. Warum das Amt nicht einschreitet, fragten wir Michael Trommeshauser, ­Sprecher des Bundesaufsichtsamts für das Versicherungswesen (BAV), das die Produkte zertifiziert.

Finanztest: Was Riester-Produkte kosten, ist nicht ersichtlich. Weiß das BAV das?

Trommeshauser: Wie hoch die Kosten sind und ob sie oder ihre Bemessungsgrundlagen angemessen sind, ist nicht Gegenstand der Zertifizierung. Voraus­setzung dafür ist nur die vom Anbieter übernommene Verpflichtung, die Abschluss- und Vertriebskosten auf min­destens 10 Jahre zu verteilen, soweit sie nicht prozentual von den Altersvorsorgebeiträgen abgezogen werden, und den Vertragspartner jährlich über die ­einbehaltenen Kosten zu informieren. Auch variable Kosten sind zulässig.

Finanztest: Wie übersichtlich die Kosten sind, ist also kein Zertifizierungskriterium?

Trommeshauser: Der Gesetzgeber hat keine bestimmte einheitliche Kostenstruktur vorgeschrieben.

Finanztest: Kann ein Anbieter seinen Riester-Vertrag nachträglich ändern?

Trommeshauser: Nein. Vertragsände­rungen machen eine neue Zertifizierung ­erforderlich. Zurzeit wird geprüft, ob für bestimmte Vertragsänderungen ein ­vereinfachtes Verfahren möglich ist.

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