Interview Meldung

Zum Thema Nebenkostenabrechnung sprachen wir mit Ulrich Ropertz, Pressesprecher beim Deutschen Mieterbund, Berlin.

Die Nebenkostenabrechnung sorgt immer wieder für Streit, viele Mieter blicken da überhaupt nicht durch.

Richtig, jede dritte Rechtsberatung unserer 350 Mietervereine dreht sich darum. Das liegt auch daran, dass viele Abrechnungen wirklich unverständlich sind. Dabei müssen sie so formuliert werden, dass auch Laien sie verstehen können. Abkürzungen wie Str.Intern, Rgl.Hzg. oder Str.Hpt.Uebergabe machen die Abrechnung formell unwirksam, sodass der Mieter eventuelle Nachzahlungen erst zu leisten braucht, wenn sie verständlich erklärt wurden.

Was sind andere typische Fehler bei der Abrechnung?

Oft werden Leerstände nicht berücksichtigt. Im einfachsten Fall lässt sich das daran erkennen, dass die angegebene Quadratmeterzahl nicht mit der aus dem letzten Jahr übereinstimmt, weil eine das ganze Jahr über leer stehende Wohnung nicht mitgerechnet wurde oder eine, in der der Vermieter selber wohnt. Es kommt auch immer wieder vor, dass Posten einbezogen werden, die allein Sache des Vermieters sind: Verwaltungskosten wie Porto, Zinsen, Telefon, Kontoführung. Auch Versicherungen wie Vermieterrechtsschutz, Grundbesitzerhaftpflicht oder Mietausfall können nicht auf die Mieter umgelegt werden. Ähnlich sieht es bei Reparaturen und Rücklagen aus. Dennoch werden mitunter Reparaturkosten kurzerhand als „Wartungsarbeiten“ bezeichnet und auf die Mieter umgelegt.

Bis wann muss der Vermieter die Abrechnung vorlegen?

Das neue Mietrecht verlangt seit 1. September 2001, dass sie innerhalb eines Jahres beim Mieter sein soll. Sobald also der Abrechnungszeitraum vorbei ist, hat der Vermieter noch zwölf Monate Zeit. Ging der Zeitraum beispielsweise von 1. Januar bis 31. Dezember 2001, käme eine Abrechnung jetzt zu spät.

Und dann können sich die Mieter freuen, die eigentlich eine Nachzahlung zu berappen hätten?

Auf jeden Fall, denn der Vermieter kann dann keine Nachforderungen mehr stellen. Umgekehrt gilt aber: Käme für den Mieter eine Erstattung heraus, muss der Vermieter zahlen. Deshalb muss er auf jeden Fall eine Abrechnung vorlegen, auch wenn die Frist bereits abgelaufen ist.

Infografik: Wohnkosten

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Die Kosten fürs Wohnen sind seit 1995 deutlich schneller gestiegen als die Lebenshaltungskosten. Während diese nur um 9 Prozent zulegten, kletterten vor allem die Heizkosten drastisch. Auch die kommunalen Gebühren für Wasser und Abwasser stiegen überproportional.

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