Interview Meldung

Helmut Blümer, Kfz-Gewerbeverband

Seit Oktober gelten für die Autowirtschaft neue Regeln. Eine neue Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) der EU regelt das Miteinander von Herstellern, Verkäufern und Werkstätten. Welche Folgen das für Kunden hat, weiß Helmut Blümer vom Deutschen Kraftfahrzeuggewerbe.

Finanztest: Haben Kunden nun Vorteile?

Blümer: Kaum. Aber eine Leitlinie zur GVO hat zumindest klargestellt, dass Kunden ihren Wagen auch in markenfremden Werkstätten reparieren und warten lassen können, ohne den Garantiean­spruch zu verlieren. Die EU will allerdings mit der GVO vor allem mehr Wettbewerb und günstigere Preise. Das funktioniert aber nicht. Ich prognostiziere, dass bereits nächstes Jahr nicht mehr so viel Auto fürs Geld zu haben sein wird und auch Reparaturen teurer werden.

Finanztest: Woran liegt das?

Blümer: Aufgrund der GVO haben die Hersteller die Verträge mit den Händlern neu gestaltet und die Anforderungen ­etwa an die Ausstattung des Hauses erhöht. Die Kosten werden Händler und Werkstätten an die Kunden weitergeben.

Finanztest: Die neue GVO erlaubt Vertragshändlern, verschiedene Marken anzubieten. So ist nun auch Versandhandel möglich. Wird sich das durchsetzen?

Blümer: Autokaufhäuser wird es sicher nicht geben. Das Geschäft mit Marken verschiedener Konzerne rechnet sich einfach nicht. Und ob es Versandhäusern gelingt, erfolgreich Neuwagen zu verkaufen, bezweifle ich.

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