Interview Meldung

Markus Saller, Verbraucherzentrale Bayern

Wer Weihnachtsgeschenke umtauschen will, ist meist auf die Kulanz des Händlers angewiesen, erklärt Jurist Markus Saller von der Verbraucherzentrale Bayern.

Das T-Shirt zu groß, die DVD doppelt: Haben Kunden ein Recht, Geschenke wieder umzutauschen?

Nein, ein allgemeines Recht auf Umtausch gibt es nicht – obwohl der Glaube weit verbreitet ist, man könne einwandfreie Ware innerhalb von ein oder zwei Wochen zurückgeben. Stattdessen gilt: Gekauft ist gekauft.

Aber viele Händler lassen sich trotzdem auf einen Umtausch ein.

Ja, vor allem große Kaufhäuser. Und auch in der Textilbranche ist Umtausch bei Nichtgefallen gang und gäbe. Trotzdem bleibt das reine Kulanz. Die allerdings setzt sich im stationären Handel vor Ort offenbar immer stärker durch, weil es im Versandhandel ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen gibt. Wer beispielsweise im Internet einkauft, kann die Waren innerhalb dieser Frist ohne Angabe von Gründen zurückschicken – außer man hat zum Beispiel bei DVDs, CDs oder Software schon die Versiegelung entfernt.

Muss Geld erstattet werden oder reicht ein Gutschein?

Beim Widerrufsrecht im Fernabsatz wird der Kaufvertrag rückgängig gemacht, deshalb muss der Kunde sein Geld zurückbekommen. Beim freiwilli­gen Kulanzumtausch hingegen darf der Händler einen Warengutschein geben. Außerdem kann er den Umtausch für reduzierte Ware auch ausschließen oder den Kassenbon oder die Originalverpackung verlangen. Mein Rat: Wer Geschenke kauft, sollte sich gleich im Laden ein Umtauschrecht sichern, zum Beispiel einen schriftlichen Vermerk „Umtausch möglich, Geld zurück“ auf dem Kassenbon.

Und wenn die Sachen defekt sind?

Dann ist das kein Umtausch, sondern eine Reklamation. Da gelten zwei Jahre gesetzliche Gewährleistung. Der Händler muss reparieren, Ersatzware liefern oder das Geld erstatten, nicht also einen Gutschein. Das darf er auch nicht von einem Kassenbon oder einer Originalverpackung abhängig machen.

Worauf muss man bei einem Gutschein achten?

Da ist die Frist wichtig, bis wann er eingelöst werden darf. Sie darf nicht zu kurz sein. Ein Jahr zum Beispiel wäre sicher zu wenig. Wenn nichts anderes vereinbart wurde, gelten drei Jahre.

Dieser Artikel ist hilfreich. 426 Nutzer finden das hilfreich.