Interview Meldung

Rechtsanwalt Dr. Hans-Frieder Schönheit, stellv. Hauptgeschäftsführer der Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs.

Am Montag, dem 29. Juli, beginnt der Sommerschlussverkauf. Doch viele Geschäfte senken die Preise schon Wochen vorher. Ist jetzt die richtige Zeit für Schnäppchen?

Im Schlussverkauf müssen die Preise noch weiter sinken. Das verlangt die herrschende Rechtsprechung. Sie geht davon aus, dass der Verbraucher im Schlussverkauf Preisabschläge erwartet. Sonst würde eine solche Sonderaktion keinen Sinn machen. Es kann allerdings sein, dass die guten Stücke bis dahin schon weg sind. Die größere Auswahl haben Kunden in den Wochen vorher.

Kann man den Preissenkungen denn trauen?

In der Regel schon. Es gibt aber Fälle, wo die optisch auffällig durchgestrichenen Altpreise in Wahrheit nie verlangt wurden. Die Kunden selbst merken das kaum, dafür aber andere Händler. Sie schauen durchaus bei der Konkurrenz, was die so macht. Verstöße melden sie, damit wir dagegen vorgehen. Diese interne Kontrolle funktioniert bemerkenswert gut.

Seit dem Fall des Rabattgesetzes wird verstärkt mit Rabattkarten und Sonderangeboten geworben. Ist der Schlussverkauf da noch ein Termin für Schnäppchen?

Ich denke schon, denn er ist ein Ventil für den Handel, Lagerbestände zu räumen. Die Preise sinken zum Teil deutlich, je nachdem wie die Saison gelaufen ist. Angesichts des verspäteten Sommers und der Konsumflaute bei den Kunden könnte ich mir vorstellen, dass die Lager in diesem Jahr noch ganz gut gefüllt sind.

Wird es Schlussverkäufe weiterhin geben?

Der Handel möchte daran festhalten. Nach geltender Rechtslage sind diese Sonderverkäufe nur zu bestimmten Terminen und für bestimmte Waren zulässig. Da ist schon fraglich, ob es noch zeitgemäß ist, dass Teppiche schlussverkaufsfähig sind, Gartenmöbel aber nicht. Hier kann es nach den Bundestagswahlen durchaus zu gesetzlichen Änderungen kommen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 142 Nutzer finden das hilfreich.