Interview Meldung

Peter Walter von der Deutschen Bundesbank

Seit dem Euro-Start sind über 50 Millionen schadhafte Banknoten ausgetauscht worden: Nun ist eine Diskussion über die Haltbarkeit der neuen Währung entbrannt. Peter Walter, Chef des Zentralbereichs Barzahlungsverkehr der Deutschen Bundesbank, nimmt Stellung.

Finanztest: Sind die Euro-Noten schlechter verarbeitet als die alten ­Deutsche-Mark-Scheine?

Peter Walter: Dafür gibt es überhaupt keine Anhaltspunkte: Bei insgesamt 2,4 Milliarden Banknoten, die von der ­Bundesbank in Verkehr gebracht wurden, machen die 50 Millionen Noten gerade 2 bis 3 Prozent der Gesamtzahl aus. In der DM-Zeit haben wir pro Jahr durchschnittlich 30 Prozent der umlaufenden Scheine ausgetauscht. Allerdings sind die Euro-Scheine ja noch ziemlich neu. Deshalb ist eine objektive Beurteilung dieser Frage gegenwärtig gar nicht möglich.

Finanztest: Dennoch müssen laut ­Medienberichten die Euro-Banknoten ­öfter ausgetauscht werden als früher die Mark-Scheine.

Peter Walter: Das stimmt definitiv nicht. Die technischen Spezifikationen des Euro und der Mark - zum Beispiel das Papier oder die Hologrammfolie - sind fast identisch. Deshalb ist davon auszugehen, dass die Austauschrate des Euro mittelfristig identisch mit der der Mark ist.

Finanztest: Wie steht es um die Waschmaschinenfestigkeit der neuen Noten?

Peter Walter: Auch hier können wir ­bisher keine Unterschiede zur Mark feststellen. Gelegentlich wird bemängelt, dass sich das Hologramm der Euro-Noten beim Waschen ablöst. Doch das war auch schon bei der Mark der Fall. Allerdings sind die Banknoten nicht für Waschgänge in der Waschmaschine bestimmt; solche Noten können aber bei der Bundesbank kostenlos umgetauscht werden.

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