Interview Meldung

Rainer Metz von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Der Rechtsexperte wechselt jetzt ins Verbraucher-Ministerium.

Verbraucherverbände dürfen sich jetzt Ansprüche von Bürgern abtreten lassen und damit im eigenen Namen klagen. Darauf hat Rainer Metz, Jurist in der Verbraucher­zentrale Nordrhein-Westfalen, lange gewartet.

Finanztest: Wen verklagen Sie jetzt?

Metz: Mit der neuen Einziehungsklage wollen wir bald endgültig klären lassen, wer das Risiko beim ec-Karten-Missbrauch trägt. Fälle von Kunden, denen die Bank nach umstrittenen Abbuchungen fahrlässigen Umgang mit der Pin vorwirft, bringen wir als eigene Fälle vor Gericht. Interessant sind auch Rechtsfragen rund um Immobilienfonds und die Haftung der ­finanzierenden Banken. Vernünftig sind Einziehungsklagen schließlich bei Massenschäden, etwa wenn viele Gäste eines ­Hotels nach dem Essen erkranken und ­erfolglos Schadenersatz fordern.

Finanztest: Der Vorteil für Verbraucher?

Metz: Anders als bei Musterklagen, durch die wir unlautere Werbung und unfaire Vertragsklauseln bekämpfen, kommen die Verbraucher hier direkt zum Schadenersatz. Was wir erkämpfen, reichen wir weiter. Zudem können wir auch solche Fälle höchstrichterlich klären lassen, vor denen Verbraucher üblicherweise zurückschrecken, weil es etwa um kleine Beträge geht. Aktuell klagen wir mit dem Fall eines Bankkunden, der bei Sparplänen mit flexiblen Zinsen übers Ohr gehauen wurde und zu wenig Zinsen bekam.

Finanztest: Welche Fälle übernehmen Sie und wie kommen Sie dran?

Metz: Die Fälle ergeben sich aus unserer Beratungspraxis. Wenig anfangen können wir mit Anfragen nach dem Motto „Da sollten Sie mal mein individuelles Problem finanzieren“. Wir sind kein Inkassobüro und finanzieren nur Klagen, die für alle Verbraucher wichtig sind.

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