Interview Meldung

PSV-Vorstand
Martin Hoppenrath

Fallende Aktienkurse können Löcher in die bestehenden internen Pensionsfonds reißen, die es beispielsweise bei Firmen wie Siemens gibt. Martin Hoppenrath, Vorstand des Pensions-Sicherungs-Vereins (PSV), sagt, dass Sorgen um Betriebsrenten dennoch unbegründet sind.

Finanztest: Müssen Mitarbeiter von Firmen, die die Betriebsrenten über interne Pensionsfonds finanzieren, um ihre betriebliche Altersvorsorge fürchten?

Hoppenrath: Nein. Wenn eine Firma ihre Pensionsverpflichtungen über einen internen Pensionsfonds abdeckt und fallende Kurse zu einer Deckungslücke führen, dann ist die Firma trotzdem in jedem Fall zur Zahlung der einmal zugesagten Betriebsrente verpflichtet.

Finanztest: Also sind Sorgen um die Sicherheit der Betriebsrenten nicht begründet?

Hoppenrath: Ja. Auch bei Insolvenz eines Unternehmens sind die Betriebsrenten abgesichert. Dann übernimmt der Pen­sions-Sicherungs-Verein die Zahlungen.

Finanztest: Wegen der vielen Firmenpleiten muss der PSV immer häufiger einspringen. Wann ist die Grenze seiner Leistungsfähigkeit erreicht?

Hoppenrath: Selbst wenn die Zahl der Insolvenzen weiter steigen sollte, beeinträchtigt dies weder Höhe noch Zahl der vom Pensions-Sicherungs-Verein übernommenen Betriebsrenten. Die Firmen werden aber höhere Beiträge für den Verein zahlen müssen. Denn diese Beiträge müssen alle Leistungsansprüche decken, die im laufenden Kalenderjahr entstehen. So betrug der Beitragssatz 2001 noch 2,5 Promille der Bemessungsgrundlage, also in der Regel von den Pensionsrückstellungen. Dieser Beitragssatz wird für 2002 auf über 4 Promille ansteigen müssen.

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