Interview Meldung

Professor Dr. Matthias Thomas

Offene Immobilienfonds hatten Rekordzuflüsse. Seit Ende 2000 hat sich das Fondsvermögen fast verdoppelt. Gleichzeitig stehen immer mehr Büroimmobilien leer, das Lieblingsinvestment der Fonds. Finanztest fragte Professor Matthias Thomas von DID Deutsche Immobiliendatenbank GmbH, ob die Anleger nun Verluste fürchten müssen.

Finanztest: In den Jahren 2001, 2002 und 2003 flossen den Fonds 36 Milliarden Euro zu. Was haben die Fonds mit dem Geld gemacht?

Thomas: Die Fonds haben das Geld überwiegend im Ausland investiert. Vor allem in Portugal, Spanien, Italien, den Niederlanden und Frankreich. Dort sind die Leerstände noch nicht so hoch wie hier. Die Deka ist sogar nach Japan und Australien gegangen. Osteuropa wird dagegen weniger stark nachgefragt.

Finanztest: Die Renditen der Fonds lagen jahrelang um die 5 Prozent pro Jahr. 2003 gab es im Schnitt nur noch 2,7 Prozent pro Jahr. Was erwarten Sie für die kommenden Jahre?

Thomas: Ich rechne in den nächsten Jahren im Schnitt mit nicht mehr als 2 bis 3 Prozent - je nach Auslandsanteil. Fonds, die ihren Schwerpunkt in Deutschland haben, dürften noch schlechter abschneiden.

Finanztest: Bislang haben die offenen Immobilienfonds noch jedes Jahr im Plus abgeschlossen. Ist es auch möglich, dass ein Fonds mal im Minus endet?

Thomas: Das kann gut sein. Der Abschwung auf den Immobilienmärkten hat seinen Tiefpunkt noch nicht erreicht. Trotzdem: Auf lange Sicht sind Beimischungen von offenen Immobilienfonds für ein Depot sinnvoll, weil sie das Risiko reduzieren.

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