Interview Meldung

Wer in Hölzer investiert, wird entweder Eigentümer der Bäume oder beteiligt sich an Firmen, die nachhaltige Forstwirtschaft betreiben.

Firmen wie etwa Prime Forestry Group, Precious Woods oder Futuro Forestal bieten Hölzer und Bäume des tropischen Regenwalds als Geldanlage an. Finanztest sprach mit Jörg Weber, Chefredakteur von ecoreporter.de, dem Branchendienst für ethische und nachhaltige Geldanlage.

Finanztest: Die Anbieter versprechen bei einer Investition in Holz Renditen bis zu 14 Prozent pro Jahr. Wie realistisch sind die?

Weber: Die Rendite hängt von der Entwicklung des Holzmarktes ab: Langfristig wird das Angebot an Tropenhölzern abnehmen, weil immer noch viel Regenwald unkontrolliert abgeholzt wird. Junge Bäume wachsen dann zu wenig nach. Bei gleich bleibender Nachfrage führt dies zu Preissteigerungen. Ich halte Renditen von mehr als 8 bis 10 Prozent nicht für realistisch.

Finanztest: Die meisten Holzinvestments haben Laufzeiten um die 20 Jahre. Kann man davon ausgehen, das die Anbieter dann noch existieren?

Weber: Das halte ich für das größte Risiko. Es gibt bislang wenig Erfahrungen mit dieser Investmentform. Hinzu kommt, dass die Firmen zwischen dem Anlegen und Abholzen der Plantagen eine lange Durststrecke überbrücken müssen. Anleger sollten jedenfalls nur investieren, wenn die Anbieter ein Siegel haben, das ihre nachhaltige Waldwirtschaft belegt, etwa das FSC-Siegel. Die Nachfrage nach zertifiziertem Holz steigt ständig. Das sieht man in Baumärkten, Möbelgeschäften und bei Versandhäusern.

Finanztest: Welche Risiken gibt es?

Weber: Einmal natürlich Risiken wie Schädlinge oder Hurrikans. Entscheidend ist aber auch die Entwicklung des amerikanischen Dollars. In dieser Währung wird Holz gehandelt. Außerdem kann natürlich die Teakholznachfrage sinken.

Finanztest: Für wen eignet sich diese Anlage?

Weber: Als Beimischung für engagierte Anleger, die langfristig anlegen wollen – und gegen den Raubbau an Naturwäldern sind.

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