Interview Meldung

Patientenbeauftragte Helga Kühn-Mengel

Helga Kühn-Mengel ist die neue Patientenbeauftragte der Bundesregierung. Vorher hat sie beim Ausarbeiten der Gesundheitsreform mit am Verhandlungstisch gesessen und die Reform als gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion nach außen vertreten.

Finanztest: Sie wollen die Patienten gegen die Härten einer Gesundheitsreform schützen, die Sie selbst mit beschlossen haben. Ist das nicht ein Konflikt?

Kühn-Mengel: Nein, überhaupt nicht. Ich habe die Interessen der Patienten schon während des Gesetzgebungsverfahrens vertreten. So habe ich ständig auf mögliche Probleme für bestimmte Patientengruppen hingewiesen und auf eine stärkere Berücksichtigung der Heimbewohner und chronisch Kranken gedrängt. Dabei gab es heftige Auseinandersetzungen mit der Opposition.

Finanztest: Aber viele Härten bleiben – gerade für Arme und Kranke. Haben Sie als Patientenbeauftragte für diese Menschen schon etwas erreicht?

Kühn-Mengel: Wir haben bei der Umsetzung gemerkt, welche Gruppen Probleme haben, und ich habe auf die Selbstverwaltung eingewirkt, schnelle Lösungen zu finden. Zum Beispiel wurde rasch geklärt, dass Dialysepatienten weiterhin die Fahrt zur Behandlung bezahlt bekommen.

Finanztest: Können Patienten sich mit Problemen direkt an Sie wenden?

Kühn-Mengel: Ja, Patienten können schreiben oder anrufen: Geschäftsstelle der Patientenbeauftragten, Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung, 11017 Berlin; E-Mail: info@die-patientenbeauftragte.de; Telefon: ­­­­­­­­0 18 88/44 10; Hotline zur Gesundheitsreform: 0 800/1 51 51 59.

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