Interview Meldung

Staatssekretär Rudolf Anzinger

Ab dem 1. Januar 2005 ersetzt das neue „Arbeitslosengeld II“ die Arbeitslosenhilfe. Aber nur, wer nicht zu viel Einkommen oder Vermögen hat, wird unterstützt. Rudolf Anzinger, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, beantwortet Fragen zur Vermögensanrechnung.

Finanztest: Bekommt auch ein Arbeitsloser mit einem 40 000-Euro-Auto das Arbeitslosengeld II?

Anzinger: Bezieher von Arbeitslosengeld II dürfen ein angemessenes Auto haben, ein Luxusauto wird aber in der Regel als Vermögen angerechnet. Ob ein Antragsteller dann Geld bekommt, hängt vom übrigen Vermögen und seinem Vermögensfreibetrag ab.

Finanztest: Riester-Vermögen ist geschützt. Gilt das auch, wenn Arbeitslose mehr Geld einzahlen, als sie für die ­Riester-Förderung müssten?

Anzinger: Riester-Verträge sind in Höhe des ausdrücklich als Altersvorsorge geförderten Vermögens geschützt. Die Höchstbeträge für 2004 und 2005 betragen je 1 050 Euro. Beträge darüber werden als Vermögen berücksichtigt.

Finanztest: Und wie steht es mit anderen Geldanlagen wie Fonds?

Anzinger: Fondsanteile sind als Vermögen zu berücksichtigen. Wer in ­Aktienfonds anlegt, riskiert Wertschwankungen. Die Gemeinschaft würde dieses Risiko tragen, wenn die Fondsanteile nicht als Vermögen berücksichtigt ­würden.

Finanztest: Muss ein Arbeitsloser auch seine Lebensversicherung „versilbern“?

Anzinger: Das muss er nicht, wenn beim Verwerten der Versicherung weniger als 90 Prozent der eingezahlten Beträge herauskommen. Er muss sie beispielsweise auch dann nicht verwerten, wenn eine Auszahlung unmittelbar bevorsteht und die vorzeitige Verwertung große Verluste bringt. Arbeitslosengeld II kann es dann als Darlehen geben.

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