Interview Meldung

Adelheid Gottwald von Paulinchen e. V., der Initiative für brandverletzte Kinder, warnt vor Brandbeschleunigern.

Was ist beim Grillen so gefährlich?

Die schwersten Verletzungen passieren, wenn auf zu langsam glühende Holzkohle Brandbeschleuniger wie Spiritus oder Benzin gekippt werden. Dadurch kommt es zu einer Verpuffung mit einer meterhohen, meterbreiten Flammenwand oder zu Rückzündungen in die Flasche, die dann geschossartig durch die Luft fliegt.

Geschieht das häufig?

In Deutschland gibt es jährlich etwa 4 000 Grillunfälle mit Brandbeschleunigern, 400 enden mit schwersten Verbrennungen, viele der Verletzten sind Kinder. Sie sind häufig vom Gesicht abwärts über den ganzen Körper betroffen. Verbrennungen mit mehr als 50 Prozent verbrannter Körperoberfläche sind keine Seltenheit.

Wie kann man das verhindern?

Indem man niemals Brandbeschleuniger beim Grillen verwendet. Leider wird in zahlreichen Geschäften und Tankstellen immer noch der Spiritus direkt neben dem Grillgut verkauft. So greifen die Griller zu, auch weil sie meist noch billiger sind als sichere, feste Anzünder.

Wo gibt es Unterstützung?

Paulinchen e. V. informiert und berät bundesweit betroffene Familien. Außerdem gibt es die Aufklärungskampagne „Sicher grillen ohne Spiritus“.

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