Interview Meldung

Christine Scheel, Bündnis 90/Grüne

Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen plant ähnlich wie die Fondsbranche die Einführung eines Altersvorsorgekontos. Wie das aussehen könnte, erklärt Christine Scheel, Vorsitzende des Finanzausschusses und Abgeordnete der Grünen im Bundestag.

Finanztest: Dürfen nur solche Anlagen ins Vorsorgekonto, bei denen der Erhalt des eingezahlten Kapitals gesichert ist?

Scheel: Ich setze auf den mündigen Bürger, der mit seinem Finanzdienstleister zwischen unterschiedlichen Anlagen für das Konto auswählt. Das Bundesaufsichtsamt für Finanzdienstleistungen überwacht die Anbieter und schützt vor schwarzen Schafen. Wichtig ist mir, dass die Anbieter ausreichend über Erträge und Kosten informieren müssen. Das ist der beste Verbraucherschutz.

Finanztest: Dürfen denn Sparer jederzeit an das Altersvorsorgekonto?

Scheel: Wir wollen keinen Zwang bei der privaten Altersvorsorge. Jeder darf jederzeit ans Konto. Auszahlungen werden aber voll versteuert. So ist es steuerlich für die meisten Menschen nur sinnvoll, erst im Ruhestand dranzugehen und die verrentete Auszahlung zu wählen. Vernünftige Sparer berücksichtigen das.

Finanztest: Gäbe es beim Vorsorgekonto eine staatliche Förderung?

Scheel: Natürlich, die Sparbeträge sind steuerfrei, wie bei Riester. Ob es auch eine Zulage über Riester hinaus geben soll, ist noch offen. Diese Überlegung steht aber nicht im Vordergrund.

Finanztest: Führt ein zentrales Altersvorsorgekonto nicht zum gläsernen Bürger?

Scheel: Nein, keinesfalls. Sparer können Vorsorgekonten bei verschiedenen Dienstleistern eröffnen und die Sparbeiträge dennoch dem Finanzamt gegenüber steuersparend geltend machen.

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