Interview Meldung

Rechtsschutzversicherer lehnen Fälle oft zu Unrecht ab. Der Bremer Anwalt Eberhard Ahr sagt, was Kunden tun können.

Finanztest: Welche Erfahrungen haben Sie mit Rechtsschutzversicherern gemacht?

Ahr: Gerade bei Fällen aus dem Bank- und Anlegerrecht kommen häufig zunächst Absagen, obwohl ein Rechtsschutzfall vorliegt.Die Schadenabteilungen achten oft nicht darauf, welche Rechtsschutzbedingungen (ARB) dem Vertrag zugrunde liegen. Viele Fälle sind nach den neueren ARB 94 nicht versichert, nach den älteren ARB 75 aber schon. Immer wieder berufen sich Versicherer auf unzutreffende Ausschlussklauseln. Sie werten Fonds- oder Unternehmensbeteiligungen zum Beispiel als „selbstständige Tätigkeit“, als „Spiel- und Wettverträge“ oder ordnen sie dem „Handelsrecht“ zu und argumentieren, dass dafür der Rechtsschutz nicht gilt.

Finanztest: Was können Sie Rechtsschutzkunden raten?

Ahr: Sie sollten nicht gleich einknicken. Hilfe gibt es beim Ombudsmann für Versicherungen oder beim Anwalt. Der Anwalt weiß, wie sich manche Versicherer immer wieder entziehen wollen. Bei Änderungen des Versicherungsvertrags sollten Kunden klären, ob dann auch neue Rechtsschutzbedingungen gelten und ob ihnen damit Verschlechterungen drohen.

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